Mittwoch, 24. Dezember 2008



Wir wünschen Euch allen auf diesem Wege ein schönes Weihnachtsfest! 

An uns ist die Adventszeit relativ spurlos vorbei gegangen, denn es erinnert hier wenig an Weihnachten. Kein Radio, welches Weihnachtslieder spielt, keine Lebkuchen im Supermarkt, keine Glühweinstände auf der Straße. Kein Jahresrückblick im Fernsehen, kein Schnee... Linda und ich haben Adventskalender, aber die alleine versetzen einen auch noch nicht in Weihnachtsstimmung. Hier wird eben kein Weihnachten gefeiert, und dennoch: in Liuku haben nicht wenige Geschäfte Weihnachtsdekorationen hängen. Irgendwie scheint man sich doch nach Westen zu orientieren. 

Heute ist also für uns eigentlich ein ganz normaler Tag. Wir haben vier Stunden Unterricht, wo wir über Weihnachten reden und ein bisschen Weihnachtslieder singen. Und heute abend wollen Linda, Jannik und ich ein bisschen "Weihnachten feiern". Mit Keksen, Kerzen und Mandarinen. Jannik ist zur Zeit bei uns zu Besuch, um unsere Schule kennen zu lernen, also werden wir es uns heute abend etwas weihnachtlich machen. 

Euch allen also ein schönes Weihnachtsfest mit allem was dazu gehört! Nächstes Jahr feiern wir wieder mit!

Viele liebe Grüße!!!
Linda und Sabine




Dienstag, 25. November 2008


Noch ein paar Bilder....
...wir in Bai-Kleidung (die Bai sind eine der Volksgruppen hier - oder politisch korrekt ausgedrückt: eine der ethnischen Minderheiten in dieser Region) zusammen mit den anderen Englisch-Lehrerinnen. In der hinteren Reihe, die Dritte von links ist übrigens Julie. Die Kleidung wurde allerdings nur für das Schulfest getragen - sonst sind alle ganz normal angezogen, ob nun Bai oder Han oder Lisu. 
...und wir mit einem chinesischen "Künstler", der gerade eine Blume für uns malt. 



Freitag, 21. November 2008

Rucksacktourismus

Letztes Wochenende war unser „Meeting“ in Carl und Annelies Schule – insofern haben sich alle Freiwilligen auf den Weg nach Fugong gemacht. Für uns bedeutete das eine etwa vierstündige Busfahrt den Nu Jiang aufwärts, während der man tatsächlich beobachten kann, wie sich die Landschaft verändert. In Fugong sind die Berge höher und schroffer und etwas felsiger, auch in der Landschaft liegen viele große Felsbrocken, die von den Bergen herunter gekommen sind.

Wir haben das ein oder andere besprechen müssen, und wir mussten auch ganz dringend Weihnachtskekse essen. Und Stollen. Von Herrn Jochimsen, Frau Qian und dem Kamerateam haben wir nämlich netter weise eine große Tüte voller Weihnachtsgebäck bekommen, und da wir nun alle zusammen waren, haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, schon davon zu essen. Trotz der Tatsache, dass es erst November ist. Trotz Sonnenschein und 20 °C. Trotz Palmen.  War lecker...

Abends hat uns die Schule zum Essen eingeladen in ein Restaurant der Lisu-Minderheit: es wird mit den Händen gegessen und viel Alkohol getrunken. Vor dem Essen , beim Essen, nach dem Essen. Es werden gemeinsam mehrere Runden eines kleinen (mäßig-prozentrigen) Schnapses getrunken – immer begleitet von einem Trinkspruch. Dann gehen die Gastgeber noch zu Gast zu Gast und trinken mit jedem; und wen sie ganz besonders mögen, mit dem trinken sie natürlich öfters. Um sich davor zu drücken, muss man schon etwas geschickt sein…aber es kann gelingen.

Später dann haben wir noch mit einigen Lehrern und mit zwei Gitarren zusammen gesessen. Und irgendwann sind wir auch schlafen gegangen...wir haben in den Schülerzimmern schlafen können, denn an dieser Schule gehen die Schüler jedes Wochenende nach Hause.

Sonntag haben wir uns noch die Stadt Fugong angesehen, bevor alle dann wieder zu ihren Schulen zurückgekehrt sind. 
Alle? Nein, nicht alle: Linda und ich sind noch mit zu Eva und Maike an deren Schule gefahren, denn die Schüler bei uns hatten bis Mittwoch Prüfung und wir hätten keinen Unterricht gehabt. Somit haben wir unseren Schlafsack bei Eva und Maike wieder ausgepackt und sind die nächste Nacht dort geblieben.

  Und dadurch hatten wir auch die Gelegenheit am Montag mit Eva und Maike und einigen Lehrern einen Ausflug in die Berge zu machen. Wir sind mit dem Auto ziemlich weit nach oben gefahren (die Berge sind etwa 5000 m hoch), haben dort eine Kirche und eine hübsches Haus besichtigt, sind zu einem „Teehaus“ gefahren und haben den dort produzierten Tee getrunken, gegessen und Karten gespielt, sind noch ein bisschen durch die Gegend gekraxelt und auch das ein oder andere Mal gedacht wir stürzen gleich ab…. doch, war schon ganz witzig.

Abends haben wir dann den Bus nach Liuku genommen – um in Liuku festzustellen, dass leider kein Bus mehr nach Laowo fährt….und Taxi is teuer… Aber egal: wir haben ja unsere Schlafsäcke dabei, schlafen wir doch einfach bei den Freiwilligen in der Liuku-Schule! Gesagt getan, und am Dienstagmittag sind wir dann – endlich – wieder in Laowo angekommen.
Nachdem wir nun also drei Nächte in drei verschiedenen Schulen geschlafen haben, waren wir doch irgendwie froh, wieder "zu Hause" zu sein!

Dienstag, 18. November 2008

Falling rocks



Freitag, 14. November 2008

Das 40-jährige Jubiläum ist nun vorbei. Wir haben getanzt, gesungen und Spass gehabt. Also das volle Programm.

Kurz zum Tagesablauf:

Morgens mussten wir uns alle schick machen. Einige der Lehrer sind sogar extra zum Visagisten ins Dorf gegangen.

 Schon ab 8 Uhr standen manche Lehrer am Einganstor bereit und haben die Gäste mit Tee empfangen. Selbstverständlich trugen alle die traditionellen Baikleider. In der Zwischenzeit wurden alle Schüler für die Tänze geschminkt. Ein etwas anderes Schönheitsideal, als ich das kenne, aber es ist ja alles immer subjektiv. Die Farbe des Make-ups war weiss, der Lippenstift knallrosa und die Augenbrauen wurden mit einem dicken braunen oder schwarzen Stift nachgezogen. In dem Schminkraum war es auf jeden Fall sehr lustig, da sich sogar die Jungs haben schminken lassen. Bei einigen der Schüler konnte man die Unzufriedenheit auf dem weissen Gesicht ablesen. Aber was sein muss, muss sein.

Nach langem Hin und Her und nach einem reichhaltigen Mittagessen fing die Aufführung an. Es wurden round about 15 Tänze aufgeführt. Es sieht sehr beeindruckend aus, wenn alle 15 – 100 Tänzer synchron die, lang eingeübten, Bewegungen ausführen. 


Mir persönlich, hat das Dragonspiel am meisten gefallen. Die runden und überfließenden Bewegungen des 20 Meter langen Drachens und die Trommeln im Hintergrund fand ich wirklich atemberaubend und was noch dazu kommt, es war etwas was den Schülern viel Zeit, Kraft und Energie gekostet hat. 





Überhaupt können die Schüler stolz auf ihre Leistungen sein und dieses Erfolgserlebnis ausleben.

Unter anderem waren wir auch irgendwann mal an der Reihe. Die Aufregung war groß, aber was sein muss, muss sein. Also sind wir und unsere Backgroundtänzer, eine Kuh, ein Hahn, ein Schaf, ein Schweinchen und eine Ente, raus in die Menge und haben mit unserem „Old Macdonald had a farm“ Song die Bühne gerockt. Also im Nachhinein war alles halb so schlimm. Das Hauptziel, dass nicht nur wir, sondern auch die Zuschauer Spaß haben, wurde erreicht. Zumindest unsere very important person, unsere deutschen Kollegen, aus dem VIP- Bereich, hatten sichtbar Spaß.

Zum Ende der Programmveranstaltung sollten die einzelnen Klassen ihren einstudierten Song im Chor vorführen. Einige der Schüler schleppten uns mit auf die Bühne. Somit blieb uns keine andere Wahl als zu versuchen das Beste daraus zumachen und mitzusingen bzw. die Lippen passend zum Gesang zu bewegen. Glücklicherweise war es schon dunkel, so dass wir die Reaktionen der Zuschauer nicht mehr sehen konnten. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass man dank der grellen Bühnenbeleuchtung uns sehr gut erkennen konnte. Es hat alles seine Vor-und Nachteile.

Am Abend ging dann die Party erst richtig los. Es wurden bekannte, aber nicht mehr so ganz aktuelle, Songs aus den 90er Jahre, wenn nicht sogar aus den 80er Jahren, gespielt. Das schöne und interessante war, dass zu den chinesischen Liedern, traditionell, im Kreis und händchenhaltend getanzt wurde. 

Wir haben uns den Spaß nicht nehmen lassen und haben gerne mitgemacht, zumindest haben wir es versucht, den Tanzschritten des Tanzlehrers zu folgen. Und zum eigenen Vorteil hat man sich so warm gehalten, denn am Abend wurde es dann doch schon sehr kühl. Aber auch daran hat man gedacht und wer nicht tanzen wollte konnte sich Mitten auf der Tanzfläche an den zwei großen Feuerstellen wärmen. Irgendwann Mal gegen 24 Uhr wurden die Feuerstellen mit Wasser gelöscht und die Party war zu Ende.

Am nächsten Morgen haben wir erfahren, dass die Schüler für 4 Tage nach Hause gehen dürfen. Nachdem wir uns von Michael, Maria, Martin und Marie verabschiedet haben, entschlossen wir uns kurzfristig einen Trip nach Dali zu machen. Wir hatten ungefähr eine halbe Stunde Zeit zu packen und machten uns mit Julie auf den Weg, um noch den nächsten Bus zu erwischen. Und noch Mal vielen Dank Julie, du bist die Beste! 

Und schon saßen Sabine und ich im Bus unterwegs nach Dali. Die ersten paar Kilometer waren die Strassenverhältnisse akzeptabel, danach ging es holperig weiter. Das man sich an der Busdecke den Kopf nicht aufgeschlagen hat, war auch alles. Aber es hat sehr viel Spaß gemacht, dann braucht man kein Geld mehr für Freizeitparks auszugeben. 

Nach ca.7 Stunden sind wir dann in Dali Oldtown angekommen. Es war nicht all zu schwer ein günstiges Hotel zu finden, umgerechnet 7 Euro haben wir zusammen pro Nacht bezahlt. Nachdem wir unsere Sachen im Hotelzimmer abgelegt hatten, wurde es endlich Zeit zu essen. Das Sprichwort „Die Qual der Wahl“ passt sehr gut zu unserer Suche nach dem richtigen Plätzchen. An jeder Ecke gibt es die unterschiedlichsten Sachen. An der Foreignerstreet gibt es sogar Pizza und Steak. Nun, wir sind aber in China nicht um die überteuerte Pizza zu essen, sondern um so viel wie möglich auszuprobieren.

Also weg von den Touristenlokalen, in eine typisch chinesische Ecke, dort wo das gesamte Gemüse, allerlei Zutaten in Schüsseln vor dem Eingang präsentiert werden und die Fische im Aquarium darauf warten gegessen zu werden. Wir konnten uns also selber aussuchen aus was unsere Mahlzeit gemacht werden sollte und es war sehr lecker. Wir haben uns also richtig entschieden bzw. der Koch ist flexibel. Wir haben uns nämlich schon gefragt, ob die Sachen, die wir uns ausgesucht haben überhaupt kombinierbar sind, oder ob wir gegen alle Gesetze der Kochkunst verstoßen. Lecker war es alle Mal.

Dali hat eine wunderschöne Altstadt, so hat man sich China wirklich vorgestellt. Man taucht ein in die Geschichten des alten Chinas mit verzierten Holztüren, wunderschön bemalten Häusern, deren Dachspitzen nach obenhin abgeknickt sind. 






Die großen goldenen Säulen vor den großen Eingangstoren, links und rechts bewacht von den goldenen Löwen. 

Nach oben herausragende Tempel,
 die in ihrer kitschigen Buntheit dennoch etwas Zauberhaftes haben. 










Auf dem riesigen Er Hai Lake sieht man ab und an Chinesen, die versuchen ihr beladenes Boot auf das andere Ufer zu paddeln.






Bereits auf dem Weg zur Spitze des Cang Shang Mountain mit der Seilbahn, weiß man, dass einen dort oben eine unvergessliche Sicht erwartet. Der Berg ist gewaltig und die Natur ist mit Nichts zu vergleichen. Dort angekommen gehen gut ausgelegte Fußwege links und rechts um den Berg herum. 

Auf diesen Wegen gibt es immer wieder neue Aussichtspunkte, dessen Besonderheit man in Worte gar nicht fassen kann. Es ist vielleicht der Abhang, der das Kribbeln im Bauch auslöst, oder doch vielleicht, die weite Sicht auf ganz Dali City, oder doch vielleicht das Spiel des Schattens und der Sonne, das man entlang des Berges beobachten kann, oder doch vielleicht der frische Wind und das Rauschen des Wasserfalls und das Zwitschern der Vögel und die Stille, die so gegensätzlich zu den Menschenmengen in der Großstadt sind, die einen diese besondere innere Ruhe vermitteln, dass man in diesem Moment einfach zufrieden und glücklich ist.

 

Am späten Nachmittag haben wir die letzte Bahn genommen, um wieder in die Stadt zu kommen. 

Nach einem wieder Mal köstlichem Essen und einem Schaufensterbummel sind wir zum Hotel zurückgekehrt. 

Ausgeschlafen und ausgeruht haben wir uns am nächsten Morgen nach Dali City unterwegs gemacht, um dort herauszufinden, wann der letzte Bus Richtung Liu Ku abfährt. 

Wir haben uns die Erfahrung nicht nehmen lassen und sind abends mit dem Schlafbus nach Hause gefahren. Und ich kann nur sagen, es war eine Erfahrung wert.

Zu meiner Verwunderung konnte ich die meiste Zeit sehr gut schlafen und habe die 7 Stunden fahrt kaum realisiert. Ich wurde von der Stimme des Busfahrers aufgeweckt, der uns mitteilte, dass wir in Lao Wo angekommen sind. Es war Mitten in der Nacht als wir in unsrem Dörfchen angekommen sind. Und wieder Mal war ich sehr froh darüber hier die nächsten Monate zu verbringen.

 

 

 

 

Sonntag, 2. November 2008

Vom Fernsehstar zum Müllsammler

Seit gestern scheint die Sonne endlich wieder, und es ist dementsprechend heiß – was man sich vor ein paar Tagen gar nicht mehr hätte vorstellen können.

Gestern haben wir Besuch bekommen von Peter Jochimsen und Wei Qian, den Geschäftsführern der Organisation. Mit ihnen zusammen kam auch ein Kamerateam aus Deutschland, welches über die beiden einen Dokumentarfilm drehen möchte, und hierfür jetzt zunächst die Recherche betreibt. Da sie auch gerne unseren Unterricht filmen wollten, wurde spontan eine Klasse zusammengetrommelt, mit der wir dann 10 Minuten lang etwas Unterricht gemacht haben...extra für die Kamera. 

Chinesische Reporter waren übrigens auch schon bei uns: einmal wurden nur Fotos gemacht, ein anderes Mal wurde ebenfalls unser Unterricht gefilmt. Man merkt: wir sind eben die ersten Ausländer, die diese Schule besuchen (oder die überhaupt diese Gegend für eine längere Zeit besuchen). Tourismus gibt es hier praktisch nicht – laut Julie sind sehr, sehr, sehr selten mal Ausländer in Liuku. Und in Laowo schon gar nicht. Vor einigen Monaten noch hat sie versucht ihre Klasse in Bezug auf Englisch zu motivieren, indem sie erzählte, dass sie dann ja auch mit Ausländern reden können. Die Schüler haben geantwortet, dass sie ja eh nie einen Ausländer treffen werden. Tja, manchmal kommt es eben doch anders! Hier sind wir jetzt…

Die Schule bereitet sich auch mit immer stärker werdendem Einsatz auf das Jubiläum am nächsten Wochenende vor. Heute Mittag haben die Schüler statt Unterricht zu haben den Weg zur Schule gesäubert. Linda und ich haben mitgeholfen – und wir fanden die Idee wirklich sehr gut. Es liegt sehr viel Müll am Wegesrand und in den Sträuchern…meist Plastikmüll von irgendwelchen Verpackungen. Allerdings war für die Schule nicht der Müll vorrangig, sondern offenbar die Pflanzen am Wegesrand. Das haben wir wirklich nicht ganz verstanden…wir haben dann lieber angefangen, den Plastikmüll einzusammeln und aus dem Gebüsch zu fischen – das erschien uns wichtiger und sinnvoller. Und man kann da wirklich so allerhand finden, beim Müllsammeln…

Ein paar Kinder haben die Rinne für Abwasser, die neben dem Weg verläuft, saubergemacht und haben doch tatsächlich einen toten Hund gefunden. Und auch nicht so einen kleinen, sondern einen richtig großen, wie ein Labrador. Ein paar Lehrer haben den Hund mit ihren Spitzhacken aus der Rinne gehebelt, und kurz darauf haben zwei beherzte Schüler ihn an den Vorderbeinen gepackt und zum Fluss geschleift, wo er dann seine letzte Ruhe gefunden hat. Wir sind wirklich froh, dass unser Leitungswasser von weiter oben am Berg kommt – noch bevor sämtliche toten Hunde dort hinein geschmissen werden. Es wird übrigens wirklich alles Mögliche in den Fluss geworfen, wir vermuten auch der Plastikmüll, den wir so schön aus der Natur gesammelt haben. Schwimmen will da wirklich niemand mehr.

 

Donnerstag, 30. Oktober 2008

rain keeps falling, rain keeps falling down

Seit sechs Tagen haben die Wolken und der Regen uns fest im Griff. Die Wolken sind überall: man sieht die Berge kaum noch oder gar nicht mehr, und oft sind auch wir selbst gerade in einer Wolke. Von dem Standpunkt aus ist es sehr beeindruckend, doch der damit verbundene Regen ist weniger angenehm. Obwohl ich mich dadurch hier erst recht wie zu Hause fühle, in Hamburg regnet es ja oft mit derselben Intensität und Ausdauer. 

Der Regen ist für uns zwar etwas lästig, denn die 
Wäsche trocknet nicht - für die Schüler allerdings ist es weitaus unangenehmer. Wasserfeste Schuhe hat keiner der Schüler, die meisten haben lediglich leichte Stoffschuhe oder Sandalen. Die Stoffschuhe sind naß, sobald sie die erste Pfütze passieren müssen, und es gibt wirklich viele und wirklich tiefe Pfützen hier überall auf dem Schulgelände. Daher ziehen viele Schüler lieber gleich offene Sandalen an - die Füße werden ja sowieso naß. 
Bei relativ kalten und regnerischen 15 Grad die ganze Zeit in Sandalen und mit nassen Füssen herumzulaufen fördert sicher nicht die Gesundheit. Zumal sie auch lediglich ein T-Shirt und eine dünne Jogginganzug-Jacke tragen. Auch müssen die Schüler jeden Tag den Schulhof fegen - eine durchaus sinnvolle Einrichtung - doch im Regen ohne feste Schuhe und ohne Regenjacke den Schulhof zu fegen halten wir eher für zweifelhaft. Einige Schüler haben Regenschirme, doch wer keinen hat, wird komplett naß dabei. Und wie gesagt: die Wäsche trocknet nicht, und die Schüler haben natürlich nicht besonders viele Kleidungsstücke. Man überlegt es sich zweimal, ob man Wäsche waschen will,  und für die Schüler ist es insofern erst recht ungünstig, wenn sie draußen im Regen stehen müssen und die Kleidung, die sie tragen, naß wird. 

Die Schule hat allerdings auch etwas Mitleid: bei Regen müssen die Schüler morgens nicht um den Schulhof laufen, und die Sportstunden finden im Klassenraum statt (genaugenommen finden sie dann also gar nicht statt). Und was vielleicht tröstlich ist: das Wetter ist für diese Jahreszeit ziemlich untypisch, normalerweise sollte die "Regenzeit" vorbei sein. Wir und die Schüler hoffen jedenfalls jeden Tag auf einen Wetterumschwung, um nicht noch länger im Regen zu stehen - im wörtlichen und im übertragenen Sinne. 

Sonntag, 26. Oktober 2008

Geldwechsel und die Großzügigkeit der Kinder

Und wieder ist eine Woche, wie im Flug, vergangen. Es ist Sonntag Morgen und das Wetter ist nicht besonders gut. Es hat das ganze Wochenende geregnet. 

Freitag waren wir in Liu Ku, um Geld zu wechseln. Das war leider nicht ganz so unkompliziert wie wir gedacht hatten. Erstens gibt es in ganz Liu Ku nur eine Bank, die überhaupt Euro wechseln kann, zweitens hat die zuständige Person, die gute Frau, wohl so wenig zu tun, dass sie es sich nicht nehmen lässt, auch mal nicht zu erscheinen. Nachdem wir eine Ewigkeit in der Bank gewartet haben und eine Kopie von meinem Ausweis genommen wurde, kamen wir endlich an das Geld. Wie schon so oft, hat uns Julie sehr geholfen. Ich wüsste nicht was wir ohne sie gemacht hätten. Der Kurs ist echt schlecht zur Zeit. 1  € ist umgerechnet etwa 8, 69 Yuan.

Gestern hatten die Kinder Nachmittags frei. Es ist wirklich die einzige Zeit in der sie einkaufen können und ihre Eltern in dem Dorf Lao Wo treffen können, um sich Geld geben zu lassen. Viele Kinder nutzen aber diese Zeit auch um ihre Wäsche zu waschen und Hausaufgaben zu machen. Manchmal wird in den Klassen Musik gehört und Fern gesehen.

Mitlerweile haben Sabine und ich sogar eine Brieffreundin. Da sie sich nicht getraut hat uns anzusprechen ,so böse sehen wir eigentlich garnicht aus :), schrieb sie uns einen Brief. Nun sind wir "penpals"! Die Kinder geben sich wirklich viel Mühe.

Was mich noch erstaun ist die Großzügigkeit der Kinder. Es ist schon so oft vorgekommen, dass die Kinder Obst vom Markt mitbringen und an uns verschenken. Dabei müssen sie sich das wenige Geld, für eine längere Zeit, sehr gut aufteilen.

Heute werden wir unseren Unterricht für die nächste Woche vorbereiten. Nachdem wir in dieser Woche viel über Familie und Sport geredet haben, können wir uns jetzt einem ganz anderem Thema widmen. Mal schauen. Ach wusstet ihr, dass der größte chinesische Basketballspieler 2,29 m groß ist?





Donnerstag, 23. Oktober 2008

School sweet School

Seit Montag geht nun wieder alles seinen gewohnten Gang, und die Kinder leben wieder in schulischer Vollbeschäftigung. Morgens um 06.30 Uhr „klingelt der Wecker“: durch die Lautsprecher der ganzen Schule geht die Weckmelodie, der man sich nicht entziehen kann. Auch Samstag und Sonntag nicht. Die Kinder stehen auf, waschen sich mit kaltem Wasser, ziehen sich an, und laufen dann 10 Minuten lang Runden um den Schulhof. Um ca. 07.00 Uhr beginnt das „Morning Reading“: die Kinder lesen gemeinsam einen chinesischen Text, und an zwei Tagen der Wochen einen englischen Text. Das ist um 07.40 Uhr zu Ende und es gibt in der Schulmensa Frühstück. Das besteht aus einem Hefebrötchen, welches sehr weich ist und sehr neutral schmeckt. Es macht sehr satt, und kostet umgerechnet 0,5 Eurocent. Also wird in China doch nicht immer warm gefrühstückt, obwohl es wohl auch viele gibt, die gerne Nudeln frühstücken. Wir zumindest sind mit dem Hefebrötchen sehr zufrieden. 

Um 08.15 beginnt dann die erste Stunde und geht bis 09.00 Uhr. In der 15-minütigen Pause versammeln sich alle Schüler auf dem Schulhof, um eine Art Tanzgymnastik zu machen. Manche mit mehr, andere mit weniger Elan, aber zumindest bewegen sich alle etwas. Es geht in die Tai Chi-Richtung, aber es ist definitv kein Tai Chi. Es folgt noch die zweite, dritte und vierte Unterrichtsstunde des Vormittags, bevor dann um 12.00 Uhr die Mittagspause beginnt. 

In der Schulkantine können sich die Schüler das Essen abholen. Es gibt jeden Tag Reis, und dazu zwei verschiedene Gemüse. Das kostet insgesamt 1 Eurocent, und für 0,5 Eurocent kann man sich weitere Gemüse oder Nudeln dazu kaufen. 

Die Portionen sind allerdings sehr reichlich, und was man nicht schafft aufzuessen – oder was man nicht essen mag – kann man in einen bereitgestellten Trog schütten. Das dient dann den Schweinen als Nahrung, welche hier an der Schule gehalten werden. Die Schweine wiederum werden für die Schulmensa geschlachtet, und dienen also wiederum uns als Nahrung. Ein geschlossener Kreislauf. Wir haben kurz überlegt, ob eigentlich auch die Fleischreste an die Schweine verfüttert werden... Bestimmt. 


Von etwa 12.40 Uhr bis 13.30 Uhr ist Mittagspause, welche die Schüler auf ihren Zimmern verbringen und still sein müssen. Dies wird auch mehr oder weniger genau von den Lehrern überwacht, welche mit Trillerpfeifen vor den Wohngebäuden stehen, und jeden Schüler ermahnen, der draußen herumläuft oder zu laut ist. Regelmäßig kommt es vor, dass die Schüler es nicht rechtzeitig schaffen, ihre Wäsche zu waschen, welche dann über Mittag an den Wasserhähnen stehen bleiben muss – und nicht selten kommt es auch abends zu selben Situation, sodass die Wäsche über Nacht draußen in der Waschschüssel liegen bleibt. Die Möglichkeit, dass die Schüler noch fünf Minuten weiter waschen und die Wäsche aufhängen, gibt es nicht – da sind die Lehrer streng.

Die Nachmittagsstunden beginnen um 14.15 Uhr und gehen bis 16.55 Uhr. In der ersten Pause am Nachmittag findet ein Augentraining statt: aus den Lautsprechern wird von eins bis acht gezählt, und die Schüler müssen dazu Augenmassage machen. Das heißt sie machen mit ihren Fingern kreisende Bewegungen an den Schläfen und ähnliche Übungen. Auch hier wieder mit mäßigem Elan – zumindest soweit wir das einschätzen können.

Um 17.00 Uhr gibt es Abendessen, welches genau wie das Mittagessen aufgebaut ist. Dann haben die Kinder wieder ein wenig Freizeit, in der liegen gebliebene Wäsche gewaschen werden kann, Haare gewaschen werden können oder ein wenig Basketball oder Ping Pong gespielt wird.

 

Am Abend sind noch einmal zwei Unterrichtstunden: von 20.15 Uhr bis 22.00 Uhr. Viele Lehrer lassen in diesen Stunden allerdings die Hausaufgaben erledigen, oder den am Tag durchgenommenen Stoff eigenständig wiederholen. Um 22.20 Uhr ertönt wieder die Schulklingel, und die Kinder müssen Schlafen gehen. Insofern sind die Kinder eigentlich rund um die Uhr beschäftigt; viel Freizeit bleibt nicht – fröhlich sind sie trotzdem. 

Home sweet home

Wie Linda schon erzählt hat, waren wir in Liuku und haben dort unser freies Wochenende verbracht. Die Kinder hatten ebenfalls frei, und durften nach Hause fahren. Am Samstagmorgen haben sie es erfahren, und entsprechend haben sie sich auch gefreut. Bis zum Samstagmittag war noch Unterricht, und dann ging es auf den Heimweg. Viele gehen zu Fuß, zum Teil bis zu fünf Stunden. Viele Familien wohnen oben in den Bergen und bewirtschaften dort Reis- oder Maisfelder. Andere Kinder haben den Bus genommen, um nach Hause zu gelangen. Und wieder andere sind in der Schule geblieben, weil der Weg zu weit wäre. Diese Kinder sehen ihre Eltern dann erst im Februar wieder, denn dann sind vier Wochen lang Ferien – und dann lohnt es sich natürlich auch für diese Kinder, nach Hause zu fahren. Am Sonntagnachmittag mussten die Kinder wieder in der Schule sein. Viel Zeit war also nicht zu Hause, aber zumindest haben die Kinder ihre Eltern wieder gesehen – und umgekehrt natürlich auch. Und die Kinder konnten sich neues Geld geben lassen, damit sie sich hier ihr Essen und sonstige Dinge kaufen können. Auf unsere Frage, was sie zu Hause gemacht haben, kam als Antwort fast immer Hausarbeit, Kleidung waschen, Essen kochen, Hausaufgaben für die Schule machen, Lernen… aber auch Basketball spielen oder fernsehen wurde genannt. Dennoch ist das eine Kindheit, die sich schon unterscheidet von der Kindheit, die deutsche Kinder heutzutage haben. Zu einem Mädchen haben wir gesagt, dass sie dann ja sehr beschäftig war am Wochenende…sie meinte: „Nein: Mittags habe ich gekocht, dann habe ich die Wäsche gewaschen, am Nachmittag hab ich eine Stunde fernsehen gesehen, dann hab ich das Abendessen gekocht, und am Abend habe ich Mathe und Englisch gelernt.“ Wir waren beeindruckt, und zwar nicht nur von ihrem guten Englisch. Wir finden schon, dass sie ziemlich beschäftigt war an ihrem "freien" Wochenende…

Traditionelle chinesische Medizin? oder "You should get an injection!"

Trotz der hier herrschenden Temperaturen habe ich mich erkältet…man muss sich eigentlich fragen, wie das passieren konnte – schließlich haben wir meistens Sonnenschein und relativ hohe Temperaturen. Wie ein heißer Sommertag in Deutschland, nur das wir jetzt eben schon fast November haben. Daran merkt man, dass wir schon etwas näher am Äquator sind. Allerdings ist es morgens und abends deutlich kühler und oft weht auch ein kühler Wind, und da kann es schon sein, dass man sich ein wenig verkühlt – sowie es eben mir passiert ist.

Man wird hier gut umsorgt bei einer Erkältung: als ich Halsschmerzen hatte, hat eine Lehrerin mir ein paar Kräuter und Pflanzen gesammelt, aus denen ich mir einen Tee kochen sollte. Hab ich prompt gemacht – hat gut geschmeckt. Es war viel Spitzwegerich dabei, und schließlich wird daraus ja auch Hustensaft gemacht, insofern war dieser Tee sicher eine gute Sache. Dieselbe Lehrerin hat mir auch abends einen Ingwertee gekocht. Mit viel Ingwer, dementsprechend scharf war der „Tee“ auch. Aber ich bild mir ein, dass er geholfen hat. Diese Kräuter und pflanzlichen Hausmittel waren mir jedenfalls tausendmal lieber, als die Medikamente, zu denen mir geraten wurde. Sicherlich war der Lehrerin nur an meinem Wohlergehen gelegen, dennoch halte ich Antibiotika bei einer einfachen Erkältung nicht für angemessen…mit dieser Meinung stand ich allerdings ziemlich alleine da: „I think you should take these!“. Als ich dann ein wenig Fieber hatte, wollten sie mich überzeugen, dass ich vielleicht doch lieber ins Krankenhaus solle: „You should get an injection!“. Nee….war nicht nötig….ist auch so weggegangen. Wir haben erklärt, dass wir in Deutschland auch öfters mal eine Erkältung haben, und dass das wirklich keine große Sache ist.

Was daran allerdings deutlich geworden ist, ist dass hier vergleichsweise schneller und öfter zu Medikamenten gegriffen wird, als Linda und ich (und vielleicht generell die Deutschen?) es tun würden....mir jedenfalls sind bei einer einfachen Erkältung ein paar Kräuter wesentlich lieber als Antibiotika und „injections“! 

Montag, 20. Oktober 2008

Unser Wochenende

Über das Wochenende sind wir nach Liu Ku gefahren, um ein paar Sachen zu besorgen. Mrs. He bzw. Julie hat uns mitbegleitet. Sie ist übrigens eine der Besten. Wir verstehen uns wirklich sehr gut mit ihr. Ihre Heimatstadt ist Dali und sie gehört der ethnischen Minderheit "Bai" an. Aber zurück zu der Geschichte: Nachdem wir alles besorgt hatten, wollten wir wieder zurück nach Lao Wo fahren. Wir saßen bereits im Taxi drin, als Julie plötzlich meint: "The foreigners over there, are they your friends?"
Und tatsächlich waren die vier Freiwilligen, die an der Liu Ku Schule sind nicht zu übersehen. Kurzentschlssen blieben wir über Nacht in Liu Ku und waren sehr froh unsere Erlebnisse und Erfahrungen zu teilen und zusammen Zeit zu verbringen. 
Im Vergleich zu unserer Schule ist die Schule in Liu Ku sehr groß. Dort sind ca. 1.600 Schüler. Unteranderem gibt es dort die Senior Highschool. Das heisst, dass manche unserer Schüler nach ihrem Abschluss die Möglichkeit hätten diese Schule zu besuchen. Wir konnten uns mit einigen der älteren Schüler sehr gut unterhalten. Sie mögen, wie es auch bei uns nicht viel anders ist, Basketball und sind dementsprechen sehr gut darin. Im Moment stehen ihnen viele Prüfungen bevor, somit sind sie beschäftigt und haben kaum Freizeit. Im Allgemeinen haben die Kinder in China wenig Freizeit. Prinzipiell kann man sogar sagen, dass sie von Morgens bis Abends lernen, zwischendurch Essen und in ihren kurzen Pausen ihre Wäsche waschen. Also ein ziemlich hartes Leben für Kinder im Alter von 11 und 16 Jahren. Und für uns natürlich bewundernswert.
Ein Junge, obwohl er aus Lao wo kommt und das ca. eine halbe Autostunde von Liu Ku entfernt ist, hat seine Eltern seit einem Monat nicht mehr gesehen und er befürchtet, dass er auch nicht so schnell die Möglichkeit haben wird sie zu besuchen. Ich frage mich wie es bei Kindern ist, deren Heimat viel weiter weg ist.
Wir sind am Sonntag abend wieder zurück gekehrt. Schon als wir den Berg zu unserer Schule hochfuhren, hatten wir das Gefühl wieder zu Hause zu sein. 



Freitag, 3. Oktober 2008

Laowo und die Schule

Wir sind wieder im Computerraum, und insofern habe ich gerade Gelegenheit, noch ein paar Worte ueber die Oertlichkeiten hier zu verlieren. Laowo ist ein sehr kleiner Ort etwa 30 km westlich von Liuku. Eigentlich sind es nur einige Geschaefte und Haeuser entlang der Durchgangsstrasse. Aber es gibt eigentlich alles hier was man braucht: Polizei (in einem sehr repraesentativen, modernen Neubau), Post, Krankenhaus, ein kleines "Restaurant", Schuhgeschaeft, Heimwerkerbedarf, Haushaltswaren, eine Apotheke und auch einen Laden, wo man Gardinen kaufen kann...Naja, wir haben ja selbst noch nicht alles gesehen, aber ich bin auf jeden Fall, dass es tatsaechlich alles wichtige hier zu kaufen gibt. Ansonsten ist Laowo aber nicht besonders gross, da viele Einwohner Bauern sind, die in den Bergen wohnen. Aber zum Einkaufen kommen sie natuerlich nach Laowo runter, zu den Geschaeften.
Die Schule ist etwa 10 Gehminuten von der Durchgangsstrasse entfernt. Wenn wir aus unseren Zimmern kommen (jeder von uns hat ein eigenes Zimmer - wirklich Luxus...) haben wir einen wunderschoenen Ausblick auf die Berge und das Tal. Es wird viel Reis und Mais angebaut. Als wir heute nach "Laowo-Zentrum" (also zur Durchgangsstrasse) gegangen sind, haben wir Bauern gesehen, die gerade den Reis auf ihrem Feld geerntet haben. Auch die Maisernte scheint gerade zu sein, zumindest haben wir schon oefters Bauern gesehen, mit Koerben voller Maiskolben auf dem Ruecken.

Es gibt hier in der Gegend auch heisse Quellen. Eine davon wird dafuer genutzt, eine Art "Duschanstalt" zu betreiben. Das Haus hat mehrere Tueren, und hinter jeder Tuer ist eine Dusch- bzw. Badekabine, in der aus einem Rohr in der Wand das warme Wasser der heissen Quelle kommt. Wirklich "heiss" ist es nicht, aber in etwa so warm wie das Sportbecken eines Schwimmbades...vielleicht noch etwas waermer. Auf jeden Fall kann man gut damit duschen, wovon wir uns gestern auch selbst ueberzeugen konnten.

Die Schule selbst hat etwa 500 Schueler und vielleicht 50 Lehrer. In jeder Klasse sind etwa 40 Schueler, insofern gibt es von jeder Klassenstufe (7., 8. und 9. Stufe) etwa 4 bis 5 Klassen. Die Kinder schlafen eigentlich alle in der Schule, und koennen jedes zweite Wochenende nach Hause. Auch die Lehrer wohnen hier an der Schule - oft haben die Lehrer untereinander geheiratet, und auch das Kind geht dann hier zu Schule oder zur Grundschule in Laowo....alles eine grosse Familie!
Am 8. November feiert die Schule ihr 30-jaehriges Bestehen, und das wird gross gefeiert. Seit etwa 2 Wochen wird dafuer geuebt: es wird ein folkloristischer Tanz einstudiert, einige Schueler singen oder spielen Instrumente. Sowohl die Schueler als auch die Lehrer machen bei dem Tanz mit - und da wir ja nun auch Lehrer sind, sind wir natuerlich auch dabei! Jeden Abend am 18. Uhr wird getanzt, fuer zwei oder drei Stunden. Es wurde auch extra ein Tanzlehrer aus Liuku engagiert, der alle zwei bis drei Tage vorbeikommt und uns neue Schritte beibringt. Es macht auf jeden Fall Spass, und wir haben auch etwas Sport auf diese Weise.

So - nu muessen wir langsam wieder den Computerraum raeumen....
Viele Gruesse!

Dienstag, 30. September 2008

in China

wir sind in china! Und es ist schoen!
Heute mittag waren Linda und ich mit einigen Schulleitern und unserem deutschen Begleiter essen: es Schweinemagen, Schweineleber und geroestete Bienen zu essen - die im uebrigen ganz lecker sind, sind knusprig wie chips. Vor dem Essen haben wir noch karten gespielt, und zwar das beruehmte spiel "wenn du die darauffolgende karte nicht hast, kannst du nichts machen als starren". war sehr witzig, auch wenn wir etwas probleme hatten, die regeln zu begreifen.

wir sind auch recht komfortabel untergebracht - wahrscheinlich, weil wir jetzt doch an einer groesseren schule sind, und zwar 30 km oestlich von liuku an einem fluss. die leute sind alle total nett, aber oft haben wir probleme deren englisch zu verstehen, weil es echt schlecht ist, und die vielleicht auch mit unserer aussprache probleme haben. wir haben schon festgestellt, dass wir unser chinesisch dringend verbessern muessen!

Warm ist es uebrigens auch, und heute auch total sonnig. Ich glaub ich hab auch einen leichten Sonnenbrand. Wer kann denn das ahnen? die letzten wochen war im wetterbericht von baoshan immer wolken und regen! Die landschaft ist auch total schoen: lauter berge, fluesse, taeler. es wird viel mais und reis angebaut, aber auch bananen, kiwis, walnuesse wachsen hier. auch orangen gibt es - und die schmecken viiiiiiel besser als in deutschland. und es gibt pfirsiche, die eigentlich eher wie aepfel sind. witzig.

die kinder sind auch total nett - sind aber schon etwas aelter (weil wir ja nun eben an einer sogenannte mittelschule sind, und doch nicht an einer grundschule), und zwar so 12 bis 16 Jahre alt. und wenn wir die kinder bzw. teenies anlaecheln und "hello" sagen, dann kichern die oft ganz verschaemt. wirklich niedlich. einige mutige haben auch schon richtig mit uns auf englisch geredet - oder es zumindest versucht, weil deren englisch eben noch nicht weit her ist.

Wenn wir demnaechst wieder in den Computerraum kommen, melden wir uns wieder.
Die Computerlehrerin hat uns jetzt gezeigt, wie wir mit den Computern hier ins Internet kommen - denn versuch mal das richtige Programm oder die richtigen Einstellungen zu finden, wenn bei dem Computer alles chinesisch ist!

also bis dahin viele Gruesse!

Donnerstag, 25. September 2008

Abflug!

Freitag, 14.50 h, Frankfurt.

Mittwoch, 24. September 2008

Neuigkeiten über Raum und Zeit

Neuigkeit zum Raum: 

Man findet Liu Ku, wenn man bei google-earth/-maps nach liuku, yunnan, china sucht. Offenbar schreibt google die Ortschaft in einem Wort, ich bin mir aber sicher, dass es sich um das richtige Liuku handelt. Und demnach ist Baoshan doch etwas weiter entfernt, Liuku-Stadt selbst aber auch gar nicht so klein, und die burmesische Grenze viel näher als gedacht! Ein Katzensprung! Man muss wahrscheinlich hoch springen können, denn da ist ja eine Bergkette, die auch durchaus Dreitausender hervorbringt. Wenn Liuku selbst aber auch schon bei vielleicht 1500 m über N.N. liegt, relativiert sich das ja wieder. 


Neuigkeit zur Zeit:

Nicht nur die Berghöhen, auch die Zeit ist relativ! Nagut, ist jetzt keine besonders neue Erkenntnis - und ist auch nicht von mir - aber in Bezug auf unseren Abflugtermin doch von Interesse. Falls die Visa heute (oder morgen?) fertig werden, würden wir am Freitag fliegen. Am Freitag sind zumindest schon Flugplätze für uns reserviert. Genau lässt sich das aber natürlich nicht abschätzen, da es vom Konsulat in Hamburg abhängt, und vielleicht hat jenes zur Zeit auch viel zu tun, da in Hamburg "Chinatime" ist mit vielen Veranstaltungen in der ganzen Stadt. 


Freitag, 19. September 2008

Und wo in China ist das??

Der Abflug am Donnerstag ist noch nicht bestätigt - dafür haben wir jetzt die offizielle Adresse bekommen: 

PLZ 673100                               邮编 673100      
 
Gebiet Nu Jiang                          中国 云南省 
Gemeinde Liu Ku                         怒江州 六库镇老六库完小 

Lao Liu Ku Grundschule                Yunnan  VR China


Leider kann man bei google-maps oder -earth über Liu Ku nicht viel herausfinden. Aber wie gesagt: die nächstgrößte Stadt ist Baoshan - und die findet man auch bei google. 

Zur groben Einordnung ist hier eine Landkarte von China: die Provinz Yunnan ist dunkel gefärbt (die Provinz ist etwas größer als die BRD). Baoshan, und somit auch unsere Schule, ist in etwa bei der kleinen Markierung im Westen der Provinz. 



Dienstag, 16. September 2008

Abflug?

Vielleicht....vielleicht werden wir am 25.09. abfliegen! Und zwar Frankfurt-Peking und Peking-Kunming. In Kunming sollen wir einen Tag Aufenthalt haben...insofern haben wir dort auch Gelegenheit noch dieses oder jenes zu kaufen, was vielleicht nicht mehr mit unseren 20 Kilo vereinbar war...
Vielleicht...vielleicht auch nicht:-)

Montag, 8. September 2008

Delayed

Der für Mitte September geplante Abflug wird sich voraussichtlich auf Ende September verschieben. Das hat bürokratische Gründe: für die Ausstellung der Visa wird noch ein Schreiben der Provinz-Regierung benötigt - und dies liegt im Moment noch nicht vor.
Aber China läuft uns ja nicht weg;-)