Donnerstag, 30. Oktober 2008
rain keeps falling, rain keeps falling down
Sonntag, 26. Oktober 2008
Geldwechsel und die Großzügigkeit der Kinder
Donnerstag, 23. Oktober 2008
School sweet School
Seit Montag geht nun wieder alles seinen gewohnten Gang, und die Kinder leben wieder in schulischer Vollbeschäftigung. Morgens um 06.30 Uhr „klingelt der Wecker“: durch die Lautsprecher der ganzen Schule geht die Weckmelodie, der man sich nicht entziehen kann. Auch Samstag und Sonntag nicht. Die Kinder stehen auf, waschen sich mit kaltem Wasser, ziehen sich an, und laufen dann 10 Minuten lang Runden um den Schulhof. Um ca. 07.00 Uhr beginnt das „Morning Reading“: die Kinder lesen gemeinsam einen chinesischen Text, und an zwei Tagen der Wochen einen englischen Text. Das ist um 07.40 Uhr zu Ende und es gibt in der Schulmensa Frühstück. Das besteht aus einem Hefebrötchen, welches sehr weich ist und sehr neutral schmeckt. Es macht sehr satt, und kostet umgerechnet 0,5 Eurocent. Also wird in China doch nicht immer warm gefrühstückt, obwohl es wohl auch viele gibt, die gerne Nudeln frühstücken. Wir zumindest sind mit dem Hefebrötchen sehr zufrieden.
Um 08.15 beginnt dann die erste Stunde und geht bis 09.00 Uhr. In der 15-minütigen Pause versammeln sich alle Schüler auf dem Schulhof, um eine Art Tanzgymnastik zu machen. Manche mit mehr, andere mit weniger Elan, aber zumindest bewegen sich alle etwas. Es geht in die Tai Chi-Richtung, aber es ist definitv kein Tai Chi. Es folgt noch die zweite, dritte und vierte Unterrichtsstunde des Vormittags, bevor dann um 12.00 Uhr die Mittagspause beginnt.
In der Schulkantine können sich die Schüler das Essen abholen. Es gibt jeden Tag Reis, und dazu zwei verschiedene Gemüse. Das kostet insgesamt 1 Eurocent, und für 0,5 Eurocent kann man sich weitere Gemüse oder Nudeln dazu kaufen.
Die Portionen sind allerdings sehr reichlich, und was man nicht schafft aufzuessen – oder was man nicht essen mag – kann man in einen bereitgestellten Trog schütten. Das dient dann den Schweinen als Nahrung, welche hier an der Schule gehalten werden. Die Schweine wiederum werden für die Schulmensa geschlachtet, und dienen also wiederum uns als Nahrung. Ein geschlossener Kreislauf. Wir haben kurz überlegt, ob eigentlich auch die Fleischreste an die Schweine verfüttert werden... Bestimmt.
Von etwa 12.40 Uhr bis 13.30 Uhr ist Mittagspause, welche die Schüler auf ihren Zimmern verbringen und still sein müssen. Dies wird auch mehr oder weniger genau von den Lehrern überwacht, welche mit Trillerpfeifen vor den Wohngebäuden stehen, und jeden Schüler ermahnen, der draußen herumläuft oder zu laut ist. Regelmäßig kommt es vor, dass die Schüler es nicht rechtzeitig schaffen, ihre Wäsche zu waschen, welche dann über Mittag an den Wasserhähnen stehen bleiben muss – und nicht selten kommt es auch abends zu selben Situation, sodass die Wäsche über Nacht draußen in der Waschschüssel liegen bleibt. Die Möglichkeit, dass die Schüler noch fünf Minuten weiter waschen und die Wäsche aufhängen, gibt es nicht – da sind die Lehrer streng.
Um 17.00 Uhr gibt es Abendessen, welches genau wie das Mittagessen aufgebaut ist. Dann haben die Kinder wieder ein wenig Freizeit, in der liegen gebliebene Wäsche gewaschen werden kann, Haare gewaschen werden können oder ein wenig Basketball oder Ping Pong gespielt wird.
Am Abend sind noch einmal zwei Unterrichtstunden: von 20.15 Uhr bis 22.00 Uhr. Viele Lehrer lassen in diesen Stunden allerdings die Hausaufgaben erledigen, oder den am Tag durchgenommenen Stoff eigenständig wiederholen. Um 22.20 Uhr ertönt wieder die Schulklingel, und die Kinder müssen Schlafen gehen. Insofern sind die Kinder eigentlich rund um die Uhr beschäftigt; viel Freizeit bleibt nicht – fröhlich sind sie trotzdem.
Home sweet home
Wie Linda schon erzählt hat, waren wir in Liuku und haben dort unser freies Wochenende verbracht. Die Kinder hatten ebenfalls frei, und durften nach Hause fahren. Am Samstagmorgen haben sie es erfahren, und entsprechend haben sie sich auch gefreut. Bis zum Samstagmittag war noch Unterricht, und dann ging es auf den Heimweg. Viele gehen zu Fuß, zum Teil bis zu fünf Stunden. Viele Familien wohnen oben in den Bergen und bewirtschaften dort Reis- oder Maisfelder. Andere Kinder haben den Bus genommen, um nach Hause zu gelangen. Und wieder andere sind in der Schule geblieben, weil der Weg zu weit wäre. Diese Kinder sehen ihre Eltern dann erst im Februar wieder, denn dann sind vier Wochen lang Ferien – und dann lohnt es sich natürlich auch für diese Kinder, nach Hause zu fahren. Am Sonntagnachmittag mussten die Kinder wieder in der Schule sein. Viel Zeit war also nicht zu Hause, aber zumindest haben die Kinder ihre Eltern wieder gesehen – und umgekehrt natürlich auch. Und die Kinder konnten sich neues Geld geben lassen, damit sie sich hier ihr Essen und sonstige Dinge kaufen können. Auf unsere Frage, was sie zu Hause gemacht haben, kam als Antwort fast immer Hausarbeit, Kleidung waschen, Essen kochen, Hausaufgaben für die Schule machen, Lernen… aber auch Basketball spielen oder fernsehen wurde genannt. Dennoch ist das eine Kindheit, die sich schon unterscheidet von der Kindheit, die deutsche Kinder heutzutage haben. Zu einem Mädchen haben wir gesagt, dass sie dann ja sehr beschäftig war am Wochenende…sie meinte: „Nein: Mittags habe ich gekocht, dann habe ich die Wäsche gewaschen, am Nachmittag hab ich eine Stunde fernsehen gesehen, dann hab ich das Abendessen gekocht, und am Abend habe ich Mathe und Englisch gelernt.“ Wir waren beeindruckt, und zwar nicht nur von ihrem guten Englisch. Wir finden schon, dass sie ziemlich beschäftigt war an ihrem "freien" Wochenende…
Traditionelle chinesische Medizin? oder "You should get an injection!"
Trotz der hier herrschenden Temperaturen habe ich mich erkältet…man muss sich eigentlich fragen, wie das passieren konnte – schließlich haben wir meistens Sonnenschein und relativ hohe Temperaturen. Wie ein heißer Sommertag in Deutschland, nur das wir jetzt eben schon fast November haben. Daran merkt man, dass wir schon etwas näher am Äquator sind. Allerdings ist es morgens und abends deutlich kühler und oft weht auch ein kühler Wind, und da kann es schon sein, dass man sich ein wenig verkühlt – sowie es eben mir passiert ist.
Was daran allerdings deutlich geworden ist, ist dass hier vergleichsweise schneller und öfter zu Medikamenten gegriffen wird, als Linda und ich (und vielleicht generell die Deutschen?) es tun würden....mir jedenfalls sind bei einer einfachen Erkältung ein paar Kräuter wesentlich lieber als Antibiotika und „injections“!
Montag, 20. Oktober 2008
Unser Wochenende
Freitag, 3. Oktober 2008
Laowo und die Schule
Die Schule ist etwa 10 Gehminuten von der Durchgangsstrasse entfernt. Wenn wir aus unseren Zimmern kommen (jeder von uns hat ein eigenes Zimmer - wirklich Luxus...) haben wir einen wunderschoenen Ausblick auf die Berge und das Tal. Es wird viel Reis und Mais angebaut. Als wir heute nach "Laowo-Zentrum" (also zur Durchgangsstrasse) gegangen sind, haben wir Bauern gesehen, die gerade den Reis auf ihrem Feld geerntet haben. Auch die Maisernte scheint gerade zu sein, zumindest haben wir schon oefters Bauern gesehen, mit Koerben voller Maiskolben auf dem Ruecken.
Die Schule selbst hat etwa 500 Schueler und vielleicht 50 Lehrer. In jeder Klasse sind etwa 40 Schueler, insofern gibt es von jeder Klassenstufe (7., 8. und 9. Stufe) etwa 4 bis 5 Klassen. Die Kinder schlafen eigentlich alle in der Schule, und koennen jedes zweite Wochenende nach Hause. Auch die Lehrer wohnen hier an der Schule - oft haben die Lehrer untereinander geheiratet, und auch das Kind geht dann hier zu Schule oder zur Grundschule in Laowo....alles eine grosse Familie!
Am 8. November feiert die Schule ihr 30-jaehriges Bestehen, und das wird gross gefeiert. Seit etwa 2 Wochen wird dafuer geuebt: es wird ein folkloristischer Tanz einstudiert, einige Schueler singen oder spielen Instrumente. Sowohl die Schueler als auch die Lehrer machen bei dem Tanz mit - und da wir ja nun auch Lehrer sind, sind wir natuerlich auch dabei! Jeden Abend am 18. Uhr wird getanzt, fuer zwei oder drei Stunden. Es wurde auch extra ein Tanzlehrer aus Liuku engagiert, der alle zwei bis drei Tage vorbeikommt und uns neue Schritte beibringt. Es macht auf jeden Fall Spass, und wir haben auch etwas Sport auf diese Weise.
So - nu muessen wir langsam wieder den Computerraum raeumen....
Viele Gruesse!