Donnerstag, 30. Oktober 2008

rain keeps falling, rain keeps falling down

Seit sechs Tagen haben die Wolken und der Regen uns fest im Griff. Die Wolken sind überall: man sieht die Berge kaum noch oder gar nicht mehr, und oft sind auch wir selbst gerade in einer Wolke. Von dem Standpunkt aus ist es sehr beeindruckend, doch der damit verbundene Regen ist weniger angenehm. Obwohl ich mich dadurch hier erst recht wie zu Hause fühle, in Hamburg regnet es ja oft mit derselben Intensität und Ausdauer. 

Der Regen ist für uns zwar etwas lästig, denn die 
Wäsche trocknet nicht - für die Schüler allerdings ist es weitaus unangenehmer. Wasserfeste Schuhe hat keiner der Schüler, die meisten haben lediglich leichte Stoffschuhe oder Sandalen. Die Stoffschuhe sind naß, sobald sie die erste Pfütze passieren müssen, und es gibt wirklich viele und wirklich tiefe Pfützen hier überall auf dem Schulgelände. Daher ziehen viele Schüler lieber gleich offene Sandalen an - die Füße werden ja sowieso naß. 
Bei relativ kalten und regnerischen 15 Grad die ganze Zeit in Sandalen und mit nassen Füssen herumzulaufen fördert sicher nicht die Gesundheit. Zumal sie auch lediglich ein T-Shirt und eine dünne Jogginganzug-Jacke tragen. Auch müssen die Schüler jeden Tag den Schulhof fegen - eine durchaus sinnvolle Einrichtung - doch im Regen ohne feste Schuhe und ohne Regenjacke den Schulhof zu fegen halten wir eher für zweifelhaft. Einige Schüler haben Regenschirme, doch wer keinen hat, wird komplett naß dabei. Und wie gesagt: die Wäsche trocknet nicht, und die Schüler haben natürlich nicht besonders viele Kleidungsstücke. Man überlegt es sich zweimal, ob man Wäsche waschen will,  und für die Schüler ist es insofern erst recht ungünstig, wenn sie draußen im Regen stehen müssen und die Kleidung, die sie tragen, naß wird. 

Die Schule hat allerdings auch etwas Mitleid: bei Regen müssen die Schüler morgens nicht um den Schulhof laufen, und die Sportstunden finden im Klassenraum statt (genaugenommen finden sie dann also gar nicht statt). Und was vielleicht tröstlich ist: das Wetter ist für diese Jahreszeit ziemlich untypisch, normalerweise sollte die "Regenzeit" vorbei sein. Wir und die Schüler hoffen jedenfalls jeden Tag auf einen Wetterumschwung, um nicht noch länger im Regen zu stehen - im wörtlichen und im übertragenen Sinne. 

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