Sonntag, 20. September 2009

Rückmeldung

Alles ist gut und ich bin wieder in Deutschland. Durch die Sperrung der Blogspot-Seiten von chinesischer Seite aus konnten Linda und ich nun seit etwa Ostern nichts neues mehr schreiben - was von uns natürlich auch nicht so gedacht war und auch für uns unerwartet kam.
Nun denn, dennoch haben wir die letzten Monate gut verlebt und nachdem die Sommerferien an der Schule begonnen und ich mich von den Schülern und Lehrern verabschieden musste, bin ich noch etwas in China herumgereist. Um auch andere Ecken kennen zulernen, schließlich ist China groß. Und nach spannenden Tagen in Tibet, Shanghai, Qingdao, Hongkong und auf Hainan bin ich dann aber dennoch Ende August wieder in Deutschland angekommen. Ich habe mich recht schnell wieder eingelebt, inzwischen wache ich auch nicht mehr nachts um halb vier auf, weil ich Hunger habe aufgrund der Zeitumstellung. Jetzt genieße ich noch den letzten Rest Sommer in Deutschland und überleg mir meine nächsten Schritte.
Viele Grüße - aus Hamburg.

Mittwoch, 10. Juni 2009

Re++si++st++an++ce is++n't fu++ti++le

So, nun ist es also soweit. Über zahlreiche Brieftauben, den Rücken einiger Kamele, mehrere griechischen Marathonläufer und schließlich der Karstadt-Filiale am Wandsbeker Markt schaffte es dieser Blog-Eintrag dennoch, im Internet zur Schau gestellt zu werden.

China zeigt sich seit Wochen von einer b(l)ockigen Seite und sperrt scheinar alles, was irgendwie nach Melange asiatischer Begebenheiten auf westlichen Internetseiten ausschaut. Aber unsere Seite ist da ja in guter Gesellschaft... kein amazon.de, kein wikipedia, keine BBC und halt auch kein "Ein Jahr China"-Blog von uns beiden. In diesem elitären Kreise fühlt man sich dann doch wirklich ganz gut aufgehoben.

Und wie ...... großen Vorbil.....r schaffen auch wi...... immer wieder ........ Große Mauer ..........berwinden und ............ Eintrag vor........nehmen.... Wie?


--- Transmission is jammed at the source ---




Samstag, 11. April 2009

Frohe Ostern!

Frohe Ostern!

Wir wünschen Euch allen ein schönes Osterfest mit lauter Sonnenschein und Ostereiern!

Hier bei uns wird kein Ostern gefeiert - aber heute haben die neunten Klassen Sportexamen, insofern ist es etwas aufregend heute. Und morgen sind wir zu der Wohnungseinweihung von einer Chemielehrerin in Liuku eingeladen, Montag und Dienstag wird die Schule von Mitarbeitern der Bildungsbehörde begutachtet...Ihr seht also: es ist trotzdem viel los bei uns! 
Liebe Grüße!
Linda und Sabine

Sonntag, 22. März 2009

Schwein gehabt!

Nicht nur eines...sondern einmal elf und einmal sieben!

Vorletzte Nacht haben zwei unserer Schulsäue kleine Ferkel geworfen. Zufälliger Weise in der gleichen Nacht - vielleicht aus Solidarität? Eine Sau war leider nicht sehr intelligent, und hat sich gleich auf einige ihrer Ferkel raufgelegt, insofern sind jetzt nur noch sieben kleine Ferkel übrig. 

Anbei ein paar Fotos von den kleinen Schweinen. 




Mittwoch, 11. März 2009

Nachdem wir am Montag in Liuku waren um unsere Visa zu verlängern (wir dürfen länger bleiben!), sind wir am Dienstag schon wieder unterwegs gewesen. Alan, ein Freund von uns, hat uns zur Hochzeit seines Bruders eingeladen. Alan war früher Schüler an unserer Schule, genauso wie seine zwei Brüder – insofern waren viele Lehrer eingeladen, und auch wir. Wir haben die erste Stunde ganz normal unseren Unterricht gegeben, und haben die übrigen Stunden getauscht, sodass wir den restlichen Tag frei hatten für die Hochzeitsfeier oben in den Bergen. Alan hat uns gefragt, ob wir mit dem Auto fahren wollen oder zu Fuß gehen…und natürlich wollen wir zu Fuß gehen! Das Bergdorf ist etwa 9 Kilometer weit entfernt, und Alan meinte, man geht zu Fuß etwa zwei Stunden den Berg hoch. Kurz nach neun haben wir uns also mit Alan zusammen auf den Weg gemacht…immer weiter hoch in der schon ziemlich warmen Vormittagssonne. 

Wir haben einen tollen Blick auf unsere Schule gehabt und haben in der 10.00 Uhr-Pause beobachten können, wie die Schüler den Morgensport auf dem Schulhof machen. Und je länger wir gegangen sind und je höher die Sonne stieg, umso beschwerlicher und anstrengender wurde es auch…aber so wollten wir es ja! Mit dem Auto fahren kann ja jeder! Irgendwann spürte man auch, wie die Luft kühler wurde, da wir schon relativ hoch in den Bergen waren, und schließlich sind wir angekommen bei Alans zu Hause.

Ein sehr schönes, relativ großes Haus. Und viele Menschen. Die Kinder haben vor dem Haus gespielt, viele Frauen und Männer haben Karten oder Mahjongg gespielt, geredet, gegessen, getrunken. Nachdem wir angekommen sind haben auch wir erst einmal einen Becher Tee bekommen und kurz darauf unser Mittagessen. Da nicht alle gleichzeitig essen können (zu viele Menschen und im Vergleich dazu zu wenig Tische, Schüsseln, Stäbchen) wird zeit versetzt über einen langen Zeitraum Mittagessen serviert – bis alle gegessen haben. Wir haben mit Alans jüngerem Bruder geredet, seinen Freunden, Cousinen…das Hochzeitspaar ist immer beschäftigt herumgelaufen, aber in einem passenden Moment konnten wir ihnen dennoch unseren Beitrag zu ihrer Hochzeit überreichen. Nachdem wir noch weiter geplaudert haben, wieder gegessen haben, noch für ein paar Fotos posiert haben, mussten wir uns wieder auf den Weg zurück machen. Schließlich mussten wir den Berg ja auch wieder herunter. Unsere Lehrer waren schon etwas früher gegangen, da einige abends Unterricht hatten. In der Hoffnung, sie noch einholen zu können, haben Linda und ich dann ein paar Abkürzungen nehmen wollen. Über die Felder…man kennt das ja schon von uns. Eigentlich wollten wir nur den einen Bogen abkürzen, und dann wieder auf unseren großen Fußweg zurückkehren…aber irgendwie haben wir den Fußweg nicht wieder getroffen…und sind weiter die kleinen Pfade gegangen. Bergauf, bergab. Wir sind auch ein paar Kühen begegnet, die mitten zwischen den Bäumen am Berghang weideten. Ein paar Bauern, die auf dem Gras gesessen und sich ausgeruht haben…bei einem Grundstück sind wir auf einen etwas aggressiven Wachhund gestoßen – da haben wir lieber einen Bogen drum gemacht. Aber unseren Weg haben wir nicht wieder gefunden. Dafür haben wir irgendwann die Schule wieder sehen können, haben sogar die Schulmusik gehört, die ertönt, wenn die Schüler zum Abendessen gehen können. Und haben uns gewünscht, Flügel zu haben, oder zumindest einen Gleitschirm. Irgendwann, schon recht nah an der Schule, sind wir schließlich wieder auf den breiten Weg gestoßen und haben uns beeilt, nach Hause zu kommen. Inzwischen waren wir nämlich angerufen worden, dass jemand an der Schule auf uns wartet…wer mag das sein?

Ziemlich erschöpft sind wir schließlich angekommen, und sind fünf Minuten später schon in ein Auto gestiegen und zu einem Restaurant gefahren. Schon wieder essen…na ja, warum nicht. Ein paar „wichtige Männer“ waren dort mit unserem Schulleiter: der Besitzer einer Fabrik, welcher die Schule finanziell unterstützt, sowie jemand aus der Gemeinderegierung. Und noch weitere Freunde. Wenn wir gedacht haben, unser Tag wäre nach dem Essen endlich vorbei: weit gefehlt. Wir sind noch zu einem der Männer mit nach Hause gegangen, wo unser Schulleiter Spaß daran hatte, Karten zu spielen, und um 22.00 Uhr schließlich sind wir zur Schule zurückgekehrt – müde und glücklich über einen so ereignisreichen Tag! 



Weltfrauentag

Am Sonntag war…Weltfrauentag! Ein Tag, der in Deutschland kaum beachtet wird, aber in viele Ländern ein wichtiger Feiertag ist – so auch in China.

Alle Frauen an der Schule haben am Nachmittag frei bekommen, dafür mussten die Männer mehr arbeiten und sogar in der Schulkantine wurde von den Männern gekocht. Wir Frauen haben uns stattdessen um 12.00 Uhr vor dem Schultor getroffen, und sind dann zu einem Restaurant gefahren, und zwar auf der Ladefläche eines kleinen Lasters, was irgendwie nicht dazu passt, dass an diesem Tag den Rechten der Frauen gedacht werden soll…egal, es hat Spaß gemacht!

Bei dem Restaurant konnte man einen wunder-schönen Tag verbringen: es gab eine schöne Terrasse mit Tischen und Stühlen, und daneben war ein kleiner Teich mit lauter Kaulquappen, und die Kinder, die mitgekommen waren, hatten großen Spaß daran sie zu beobachten und zu fangen. An den Tischen haben sich schnell Vierergruppen zusammengefunden, um Mahjongg zu spielen und dabei Sonnenblumenkerne zu knabbern. Es gab sogar einen Billardtisch, woran Linda und ich viel Freude hatten, und wir haben mit dem Sohn des Sportlehrers ein paar Runden gespielt. Wir haben ein wenig geplaudert, Mandarinen gegessen, Tee getrunken, in der Sonne gesessen…ein richtig schöner Sonntag, zumal auch das Wetter endlich wieder besser war nach vielen Tagen Kälte und Regen.

Am späten Nachmittag dann gab es Essen…eine neue Premiere für uns, denn wir sind ja immer neugierig darauf, wieder einmal etwas zu Essen, was wir zuvor noch nie gegessen haben…und heute gab es: Esel! Auch hier bei weiß ich nicht, ob es eine Bedeutung haben soll, dass es am Weltfrauentag Esel zu essen gab? Das Fleisch hat ziemlich normal geschmeckt, keine besondere ungewöhnliche Note dabei, aber es war unglaublich weich und zart. Vielleicht war es ein junger Esel?

Wen dies jetzt schon befremdet hat, der möchte vielleicht gar nicht wissen, was es nach dem Essen noch zu trinken gab. Wie so oft gab es auch heute wieder Schnaps zu trinken. Vermutlich wieder Selbstgebrannter, aber diesmal etwas verfeinert (wenn man es so nennen will). Und zwar mit Eselblut. Somit war der Schnaps blutrot, und meiner Meinung nach hat es den ohnehin schon ziemlich widerwärtigen Geschmack des Selbstgebrannten nicht gerade verbessert. Das tatsächlich frisches Blut beigemischt wurde, haben wir übrigens erst später erfahren – aber macht ja nix. Es waren auch ein paar Männer mitgekommen (warum eigentlich?), und natürlich wollten diese „wichtigen Männer“ mit uns anstoßen und zuprosten…und ohne etwas mit ihnen zu trinken kommt man aus dieser Situation praktisch nicht heraus. Und immerhin enthält das Blut bestimmt viel Eisen…und die geschätzten 50 % Alkohol haben bestimmt auch alle Krankheitserreger abgetötet. Hoffe ich. Bisher habe ich mich jedenfalls noch nicht in einen Esel verwandelt. 



Donnerstag, 26. Februar 2009

Erdbeben und Regen...

Es ist nicht ganz so spektakulär wie es sich zuerst anhören mag, aber wenn man den Lehrern glauben schenken darf, dann hatten wir ein klitzekleines Erdbeben vorgestern. Es war wirklich gering, ich habe gemerkt, dass sich irgendwie das Haus bewegt hat - aber manchen ist es auch gar nicht aufgefallen. 

Und wir haben wieder Regen. Nach Ewigkeiten wieder, das letzte Mal hatte es im November geregnet. Die Farmer freuen sich - wir uns nicht...es ist wieder kühler, die Wäsche trocknet nicht, man kann nicht draußen sitzen, es ist trist und grau... es erinnert uns irgendwie an Deutschland! ;-))

Dienstag, 24. Februar 2009

Winterurlaub

Nun sind wir also nach unserem Winterurlaub endlich wieder an unserer Schule. Wie ihr an der Diaschau rechts erkennen könnt: nachdem der Urlaub mit unseren Eltern in Yunnan leider zu Ende war, waren wir noch in Guangzhou und in Hongkong - bevor wir letzte Woche all dem Luxus Goodbye sagen mussten und nun wieder einfach aber glücklich an unserer Schule leben. 

 

Tja...was soll man zu Hongkong sagen? Eine interessante Stadt. Es ist definitiv nicht China. Jeder spricht Englisch, was für uns noch etwas ungewohnt war, da in unserem Dorf ja wirklich niemand Englisch spricht (und nicht einmal alle Englischlehrer wirklich gut sprechen und verstehen können). Und auch gibt es noch immer Linksverkehr und den Hong Kong-Dollar - der britische Einfluß ist immer noch stark zu spüren, auch nach 12 Jahren unter chinesischer Regierung. Es ist eben eine "Sonderverwaltungszone". 

Es gibt schöne Wolkenkratzer. Aber schlechtes Essen. Dafür McDonalds an jeder Ecke. Was irgendwie nicht unbedingt ein Gegensatz ist, aber McDonalds ist zumindest billiger. 

Denn in Hongkong ist alles ungewohnt teuer für uns gewesen. Insofern waren wir froh, zumindest ein sehr billiges "Hotel" gefunden zu haben. Hotel ist zuviel gesagt, es ist eher ein Gästehaus,sehr simpel und wirklich nicht schön - aber zumindest recht sauber und eben: billig. Kurz darauf haben wir gelesen, dass das Gästehaus-Hochhaus nebenan, die Chungking-Mansions, vor einigen Jahren zu zweifelhafter Berühmtheit gekommen sind, weil dort jemand abgestochen wurde und bei einem Brand einige Menschen umkamen...und wir haben auch eine Polizei-Razzia in den Chungking-Mansions beobachten können...also es war zumindest eine sehr spannende Gegend, aber für unsere Ansprüche vollkommen in Ordnung. 

Ansonsten hat Hongkong mich persönlich etwas an Hamburg erinnert, wegen des Wassers und der Fähren, mit denen man zur Hongkong-Island übersetzen kann. Sogar der Geruch an den Fähranlegern ist derselbe, den ich aus Hamburg kenne. 

Nachdem wir also vier Tage damit verbracht haben, kreuz und quer durch Hongkong zu laufen, bei McDonald's zu essen, bei 7 Eleven einzukaufen, mit der Fähre zu fahren, unsere Visa für die Wiedereinreise nach China zu beantragen, beim Esprit-Outlet Klamotten zu shoppen und jeden Tag viel zu spät ins Bett zu gehen, sind wir wieder nach Guangzhou zurückgekehrt, in die Wohnung unseres polnischen Freundes. 

 Linda, Carl und Jannik sind am darauffolgenden Tag wieder nach Kunming geflogen, während Eva, Maike, Marie und ich noch drei Tage länger in Guangzhou geblieben sind. Mike hatte leider wenig Zeit für uns, da er arbeiten mußte - aber ein Freund wohnt zur Zeit ebenfalls bei Mike in der Wohnung, da er im Herbst aus Malaysia zurückgekehrt ist und demnächst in Shenzhen (eine große Stadt direkt an der Grenze zu Hongkong) zu arbeiten beginnt...und nun sozusagen zwischen diesen beiden Stationen die Zeit in Guangzhou auf Mikes Sofa verbringt. Minami ist Japaner, der aber auch seit bereits 13 Jahren in China lebt. Und da er zur Zeit nichts anderes zu tun hat, als seinen nächsten Urlaub zu planen und darüber zu klagen, dass er schon 32 ist, hat er seine Zeit mit uns verbracht: wir haben lange geschlafen und sind erst nachmittags frühstücken gegangen (am liebsten bei dem chinesischen Moslem-Restaurant schräg gegenüber), haben bei Starbuck’s Kaffee getrunken, sind shoppen gegangen (was Minami sehr geduldig ertragen hat) und haben ansonsten einfach mal nicht so viel gemacht. Irgendwie auch schön. 

 Dann sind wir nach Kunming zurückgeflogen, haben dort noch Lydia getroffen, eine chinesische Freundin, die wir aus Liuku kennen, und sind dann per Nachtbus Heim gefahren... Sonntag sind auch die Schüler wieder an die Schule zurückgekehrt, und seit gestern ist wieder Unterricht. 

Es ist wärmer geworden in Laowo (Gott sei Dank!), es wird Frühling. Es gibt wieder Schmetterlinge und auch schon die ersten Mücken. Und wir haben Angst vor dem Sommer, denn es ist jetzt schon so warm wie ein normaler Sommertag in Deutschland. Was wird im Juni sein??? Am Samstag habe ich mir schon beinah einen Sonnenbrand geholt, als wir mit zwei Schülern einen Ausflug gemacht haben. 

Wir sind zu einem Wasserfall in der Nähe gegangen (man geht etwa zwei Stunden zu Fuß den Berg hoch), was wirklich Spaß gemacht hat, besonders als Linda und ich angefangen haben, auf den Steinen im Wasserfall herumzuklettern, und natürlich auch nicht ganz trocken aus dieser Aktion herausgekommen sind. Außerdem habe ich mir dabei noch das Knie angestoßen...wir haben diesbezüglich zurzeit sowieso Pech. Denn Sonntag sind wir erneut mit zwei Schülern unterwegs gewesen, und sind auf einen Hügel/Berg geklettert, kreuz und quer über die Felder. Auf dem Weg herunter hat der Schüler einenWettlauf
 vorgeschlagen, als dessen Konsequenz ich mir den Fuß geprellt oder verstaucht habe, weil ich nämlich nicht mehr bremsen konnte und einen kleinen Abhang herunter springen musste. Und gestern hat Linda beim Basketball spielen den Ball so unglücklich auf ihre Hand bekommen, dass nun drei Finger dick und blau sind und vermutlich verstaucht.

 

Sonntag, 1. Februar 2009

Shangri-La

Seit langer Zeit habe ich endlich wieder Internetzugang, denn: es sind Winterferien, und meine Eltern besuchen mich, sodass wir ein bisschen durch die Gegend fahren und uns ein paar Ecken in Yunnan angucken.

Leider ist dies eine chinesische Tastatur ohne "sz" und "ae"...insofern ist es maessig bescheuert, jetzt andauernd das Wort "maessig" schreiben zu muessen...aber wer "lost horizon" bzw. der "Der verlorene Horizont" von James Hilton gelesen hat, wird es verstehen.

Denn im Moment sind wir in Shangri-La und es gefaellt uns maessig. Wir haben hier Internet, was maessig super ist, dafuer ist es draussen maessig warm, um nicht zu sagen maessig kalt. Auf der Busfahrt hierher sind maessig viele Yaks ueber die Strasse gelaufen (haben aber angehalten, als der Bus gehupt hat. Die sind wohl maessig intelligent!) und die Landschaft ist maessig wundervoll! Die Schilder sind chinesisch und tibetisch beschriftet, denn wir sind maessig nah an der Grenze zu Tibet, und es leben wohl auch maessig viele Tibeter hier.

Ich vermute fast mal, dass praktisch keine Sau das Buch von James Hilton gelesen hat. Sehe ich das richtig? Es gibt auch einen Film dazu, aber der ist maessig interessant und vor allem maessig uralt, spaeter wurde die maessig schlecht erhaltene filmrolle ueberarbeitet, aber manches ist maessig stark beschaedigt gewesen, sodass das Bild manchmal ne Minute lang still steht... lest lieber das Buch, ist echt besser. Der Film verdirbt es nur. Wird dem Buch nur maessig gerecht.

Die Schule beginnt uebrigens wieder am 22. Februar - bis dahin sind alle Schueler und auch die Lehrer bei ihren Familien, und die Schule ist komplett unbewohnt. Wir haben also noch etwas Zeit, und die anderen Freiwilligen und ich wollen noch nach Guanzhou fahren, da wir dort jemanden kennen...einen Polen, den wir zufaellig kennen gelernt haben, als er wahrend seines Urlaubes in Liuku vorbeigeschaut hat. Es kommen ja nicht soviele Westler nach Liuku, das faellt dann schnell auf. Er lebt und arbeitet seit Jahren in Guangzhou, und hat uns eingeladen, vorbei zu schauen...also auf geht's! Der Schulalltag holt uns danach sicher schnell genug wieder ein, und fuer den Moment ist auch mal wieder ganz nett ein Hotelzimmer mit heisser Dusche und Heizung zu haben, und nicht jeden Morgen um 06:30 aufzustehen;-)

Tja was kann ich noch sagen...wir hatten Neujahr in China! Also zum zweiten Mal innerhalb von vier Wochen: happy new year!

Und wenn wir wieder Internetzugang haben, melden wir uns wieder!
Viele Gruesse!

Dienstag, 6. Januar 2009

Deutsche Sprache schwere Sprache

...und Chinesisch übrigens auch!
Ich möchte gar nicht wissen, was wir alles für Fehler machen im Chinesischen!

Dennoch konnten wir uns ein Schmunzeln nicht verkneifen, als wir in einer Buchhandlung das unten abgebildete Lehrbuch gefunden haben. 

...and a happy new year!

Wir wünschen allen ein frohes neues Jahr, und hoffen, Ihr seid gut in selbiges hineingerutscht!

Wir haben den Jahreswechsel in Kunming verbracht, denn unser Zwischenseminar fand in der Woche um Silvester statt. Insofern kamen wir zur Feier des neuen Jahres sogar in den Luxus eines beheizten Hotelzimmers mit einer heißen Dusche...schön!

Und auch wenn anscheinend doch in manchen Ecken von China der Jahreswechsel nach dem westlichen Kalender gefeiert wird (z.B. Beijing, wie wir im Fernsehen sehen konnten), in Kunming jedenfalls haben wir nichts mitbekommen von besonderen Aktivitäten oder Feierlichkeiten. Wir haben einfach für uns selbst ein bisschen gefeiert mit Karaoke und Disco. Es gab zwar weder Sekt noch Berliner noch Raketen für uns - hat aber trotzdem Spaß gemacht. Nachdem wir unser Neujahrsfrühstück dann noch bei MacDonalds eingenommen haben (ein bisschen untraditionell, ich weiss...) sind wir um sieben Uhr morgens ins Bett gefallen. Aber nicht ohne vorher noch schnell unseren Liebsten in Deutschland per SMS ein schönes neues Jahr wünschen - denn als wir schlafen gingen war ja dort gerade erst Mitternacht! Zeitverschiebung ist schon was tolles!

Neujahr wurden wir dann von der Geschäftsführerin der Bildungsbehörde von Yunnan zum Essen eingeladen. Also sind wir gegen 16.00 Uhr in einen Bus gestiegen, der sich durch die verstopften Straßen von Kunming gequält hat. Ein Autofahrer ist doch tatsächlich vor'm Steuer eingeschlafen, weil der Verkehr so langsam vorwärts ging! Kein Scherz - wir mussten alle um das Auto herumfahren, und drin saß der schlafende Fahrer. Vielleicht hatte der auch zu lange Silvester gefeiert... Irgendwann sind wir dann aber doch bei Frau Wan zu Hause angekommen, und mußten feststellen, dass sie scheinbar ganz gut verdient. Die Wohnung ist unglaublich luxoriös eingerichtet...in der Ecke steht ein teures Klavier, aber keiner kann es spielen. Es sieht halt schön aus. So wie alle anderen Möbel und Gegenstände - wertvoll und teuer. Ein unglaublicher Gegensatz zu den Wohnungen der Lehrer und der Bauern. Eine andere Welt, die wir so nicht ganz erwartet haben... Wir haben sogar die Neujahrsansprache von Hu Jintao auf Frau Wans riesigem Plasmafernseher sehen können, und die Feuerwerke in Paris, London, Sydney etc. kamen auch im Fernsehen. War fast ein bisschen wie zu Hause, nur eben Herr Hu statt Frau Merkel. 
Das Essen war gewohnt lecker, und Linda und ich, sowie Martin, Annelie, Hanna und Wendy, die Tochter von Frau Wan, haben den Abend mit einem Kinobesuch ausklingen lassen. Sehr nett, ein moderner chinesischer Film (mit englischen Untertiteln, zum Glück!), wen der Titel interessiert: "If you are the one". 

Also alles in allem war Kunming ein kleiner Ausflug in die "modernere" (?) Welt, mit Heizung und fließend heißem Wasser, Disco, MacDonalds, Kino, Popcorn... auch mal wieder nicht schlecht. Einen richtigen Ausflug haben wir übrigens auch gemacht: in den Steinwald, recht beeindruckende Felsformationen östlich von Kunming. Und auf dem Rückweg haben wir eine Art Tropfsteinhöhle besichtigt - auch sehr beeindruckend. 

Jetzt freuen wir uns, wieder "zu Hause" zu sein, also an unserer Schule. Die Schüler haben diese Woche noch normal Unterricht, und nächste Woche haben sie Prüfungen, denn das Schulhalbjahr ist dann zu Ende. Etwa vier Wochen sind dann Winterferien, in denen das Frühjahrsfest gefeiert wird. Alle Lehrer und Schüler fahren zu ihren Familien, nur bei uns ist es anders herum! Unsere Eltern kommen uns besuchen und wir machen etwas Urlaub in Yunnan! 







Mittwoch, 24. Dezember 2008



Wir wünschen Euch allen auf diesem Wege ein schönes Weihnachtsfest! 

An uns ist die Adventszeit relativ spurlos vorbei gegangen, denn es erinnert hier wenig an Weihnachten. Kein Radio, welches Weihnachtslieder spielt, keine Lebkuchen im Supermarkt, keine Glühweinstände auf der Straße. Kein Jahresrückblick im Fernsehen, kein Schnee... Linda und ich haben Adventskalender, aber die alleine versetzen einen auch noch nicht in Weihnachtsstimmung. Hier wird eben kein Weihnachten gefeiert, und dennoch: in Liuku haben nicht wenige Geschäfte Weihnachtsdekorationen hängen. Irgendwie scheint man sich doch nach Westen zu orientieren. 

Heute ist also für uns eigentlich ein ganz normaler Tag. Wir haben vier Stunden Unterricht, wo wir über Weihnachten reden und ein bisschen Weihnachtslieder singen. Und heute abend wollen Linda, Jannik und ich ein bisschen "Weihnachten feiern". Mit Keksen, Kerzen und Mandarinen. Jannik ist zur Zeit bei uns zu Besuch, um unsere Schule kennen zu lernen, also werden wir es uns heute abend etwas weihnachtlich machen. 

Euch allen also ein schönes Weihnachtsfest mit allem was dazu gehört! Nächstes Jahr feiern wir wieder mit!

Viele liebe Grüße!!!
Linda und Sabine




Dienstag, 25. November 2008


Noch ein paar Bilder....
...wir in Bai-Kleidung (die Bai sind eine der Volksgruppen hier - oder politisch korrekt ausgedrückt: eine der ethnischen Minderheiten in dieser Region) zusammen mit den anderen Englisch-Lehrerinnen. In der hinteren Reihe, die Dritte von links ist übrigens Julie. Die Kleidung wurde allerdings nur für das Schulfest getragen - sonst sind alle ganz normal angezogen, ob nun Bai oder Han oder Lisu. 
...und wir mit einem chinesischen "Künstler", der gerade eine Blume für uns malt. 



Freitag, 21. November 2008

Rucksacktourismus

Letztes Wochenende war unser „Meeting“ in Carl und Annelies Schule – insofern haben sich alle Freiwilligen auf den Weg nach Fugong gemacht. Für uns bedeutete das eine etwa vierstündige Busfahrt den Nu Jiang aufwärts, während der man tatsächlich beobachten kann, wie sich die Landschaft verändert. In Fugong sind die Berge höher und schroffer und etwas felsiger, auch in der Landschaft liegen viele große Felsbrocken, die von den Bergen herunter gekommen sind.

Wir haben das ein oder andere besprechen müssen, und wir mussten auch ganz dringend Weihnachtskekse essen. Und Stollen. Von Herrn Jochimsen, Frau Qian und dem Kamerateam haben wir nämlich netter weise eine große Tüte voller Weihnachtsgebäck bekommen, und da wir nun alle zusammen waren, haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, schon davon zu essen. Trotz der Tatsache, dass es erst November ist. Trotz Sonnenschein und 20 °C. Trotz Palmen.  War lecker...

Abends hat uns die Schule zum Essen eingeladen in ein Restaurant der Lisu-Minderheit: es wird mit den Händen gegessen und viel Alkohol getrunken. Vor dem Essen , beim Essen, nach dem Essen. Es werden gemeinsam mehrere Runden eines kleinen (mäßig-prozentrigen) Schnapses getrunken – immer begleitet von einem Trinkspruch. Dann gehen die Gastgeber noch zu Gast zu Gast und trinken mit jedem; und wen sie ganz besonders mögen, mit dem trinken sie natürlich öfters. Um sich davor zu drücken, muss man schon etwas geschickt sein…aber es kann gelingen.

Später dann haben wir noch mit einigen Lehrern und mit zwei Gitarren zusammen gesessen. Und irgendwann sind wir auch schlafen gegangen...wir haben in den Schülerzimmern schlafen können, denn an dieser Schule gehen die Schüler jedes Wochenende nach Hause.

Sonntag haben wir uns noch die Stadt Fugong angesehen, bevor alle dann wieder zu ihren Schulen zurückgekehrt sind. 
Alle? Nein, nicht alle: Linda und ich sind noch mit zu Eva und Maike an deren Schule gefahren, denn die Schüler bei uns hatten bis Mittwoch Prüfung und wir hätten keinen Unterricht gehabt. Somit haben wir unseren Schlafsack bei Eva und Maike wieder ausgepackt und sind die nächste Nacht dort geblieben.

  Und dadurch hatten wir auch die Gelegenheit am Montag mit Eva und Maike und einigen Lehrern einen Ausflug in die Berge zu machen. Wir sind mit dem Auto ziemlich weit nach oben gefahren (die Berge sind etwa 5000 m hoch), haben dort eine Kirche und eine hübsches Haus besichtigt, sind zu einem „Teehaus“ gefahren und haben den dort produzierten Tee getrunken, gegessen und Karten gespielt, sind noch ein bisschen durch die Gegend gekraxelt und auch das ein oder andere Mal gedacht wir stürzen gleich ab…. doch, war schon ganz witzig.

Abends haben wir dann den Bus nach Liuku genommen – um in Liuku festzustellen, dass leider kein Bus mehr nach Laowo fährt….und Taxi is teuer… Aber egal: wir haben ja unsere Schlafsäcke dabei, schlafen wir doch einfach bei den Freiwilligen in der Liuku-Schule! Gesagt getan, und am Dienstagmittag sind wir dann – endlich – wieder in Laowo angekommen.
Nachdem wir nun also drei Nächte in drei verschiedenen Schulen geschlafen haben, waren wir doch irgendwie froh, wieder "zu Hause" zu sein!

Dienstag, 18. November 2008

Falling rocks



Freitag, 14. November 2008

Das 40-jährige Jubiläum ist nun vorbei. Wir haben getanzt, gesungen und Spass gehabt. Also das volle Programm.

Kurz zum Tagesablauf:

Morgens mussten wir uns alle schick machen. Einige der Lehrer sind sogar extra zum Visagisten ins Dorf gegangen.

 Schon ab 8 Uhr standen manche Lehrer am Einganstor bereit und haben die Gäste mit Tee empfangen. Selbstverständlich trugen alle die traditionellen Baikleider. In der Zwischenzeit wurden alle Schüler für die Tänze geschminkt. Ein etwas anderes Schönheitsideal, als ich das kenne, aber es ist ja alles immer subjektiv. Die Farbe des Make-ups war weiss, der Lippenstift knallrosa und die Augenbrauen wurden mit einem dicken braunen oder schwarzen Stift nachgezogen. In dem Schminkraum war es auf jeden Fall sehr lustig, da sich sogar die Jungs haben schminken lassen. Bei einigen der Schüler konnte man die Unzufriedenheit auf dem weissen Gesicht ablesen. Aber was sein muss, muss sein.

Nach langem Hin und Her und nach einem reichhaltigen Mittagessen fing die Aufführung an. Es wurden round about 15 Tänze aufgeführt. Es sieht sehr beeindruckend aus, wenn alle 15 – 100 Tänzer synchron die, lang eingeübten, Bewegungen ausführen. 


Mir persönlich, hat das Dragonspiel am meisten gefallen. Die runden und überfließenden Bewegungen des 20 Meter langen Drachens und die Trommeln im Hintergrund fand ich wirklich atemberaubend und was noch dazu kommt, es war etwas was den Schülern viel Zeit, Kraft und Energie gekostet hat. 





Überhaupt können die Schüler stolz auf ihre Leistungen sein und dieses Erfolgserlebnis ausleben.

Unter anderem waren wir auch irgendwann mal an der Reihe. Die Aufregung war groß, aber was sein muss, muss sein. Also sind wir und unsere Backgroundtänzer, eine Kuh, ein Hahn, ein Schaf, ein Schweinchen und eine Ente, raus in die Menge und haben mit unserem „Old Macdonald had a farm“ Song die Bühne gerockt. Also im Nachhinein war alles halb so schlimm. Das Hauptziel, dass nicht nur wir, sondern auch die Zuschauer Spaß haben, wurde erreicht. Zumindest unsere very important person, unsere deutschen Kollegen, aus dem VIP- Bereich, hatten sichtbar Spaß.

Zum Ende der Programmveranstaltung sollten die einzelnen Klassen ihren einstudierten Song im Chor vorführen. Einige der Schüler schleppten uns mit auf die Bühne. Somit blieb uns keine andere Wahl als zu versuchen das Beste daraus zumachen und mitzusingen bzw. die Lippen passend zum Gesang zu bewegen. Glücklicherweise war es schon dunkel, so dass wir die Reaktionen der Zuschauer nicht mehr sehen konnten. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass man dank der grellen Bühnenbeleuchtung uns sehr gut erkennen konnte. Es hat alles seine Vor-und Nachteile.

Am Abend ging dann die Party erst richtig los. Es wurden bekannte, aber nicht mehr so ganz aktuelle, Songs aus den 90er Jahre, wenn nicht sogar aus den 80er Jahren, gespielt. Das schöne und interessante war, dass zu den chinesischen Liedern, traditionell, im Kreis und händchenhaltend getanzt wurde. 

Wir haben uns den Spaß nicht nehmen lassen und haben gerne mitgemacht, zumindest haben wir es versucht, den Tanzschritten des Tanzlehrers zu folgen. Und zum eigenen Vorteil hat man sich so warm gehalten, denn am Abend wurde es dann doch schon sehr kühl. Aber auch daran hat man gedacht und wer nicht tanzen wollte konnte sich Mitten auf der Tanzfläche an den zwei großen Feuerstellen wärmen. Irgendwann Mal gegen 24 Uhr wurden die Feuerstellen mit Wasser gelöscht und die Party war zu Ende.

Am nächsten Morgen haben wir erfahren, dass die Schüler für 4 Tage nach Hause gehen dürfen. Nachdem wir uns von Michael, Maria, Martin und Marie verabschiedet haben, entschlossen wir uns kurzfristig einen Trip nach Dali zu machen. Wir hatten ungefähr eine halbe Stunde Zeit zu packen und machten uns mit Julie auf den Weg, um noch den nächsten Bus zu erwischen. Und noch Mal vielen Dank Julie, du bist die Beste! 

Und schon saßen Sabine und ich im Bus unterwegs nach Dali. Die ersten paar Kilometer waren die Strassenverhältnisse akzeptabel, danach ging es holperig weiter. Das man sich an der Busdecke den Kopf nicht aufgeschlagen hat, war auch alles. Aber es hat sehr viel Spaß gemacht, dann braucht man kein Geld mehr für Freizeitparks auszugeben. 

Nach ca.7 Stunden sind wir dann in Dali Oldtown angekommen. Es war nicht all zu schwer ein günstiges Hotel zu finden, umgerechnet 7 Euro haben wir zusammen pro Nacht bezahlt. Nachdem wir unsere Sachen im Hotelzimmer abgelegt hatten, wurde es endlich Zeit zu essen. Das Sprichwort „Die Qual der Wahl“ passt sehr gut zu unserer Suche nach dem richtigen Plätzchen. An jeder Ecke gibt es die unterschiedlichsten Sachen. An der Foreignerstreet gibt es sogar Pizza und Steak. Nun, wir sind aber in China nicht um die überteuerte Pizza zu essen, sondern um so viel wie möglich auszuprobieren.

Also weg von den Touristenlokalen, in eine typisch chinesische Ecke, dort wo das gesamte Gemüse, allerlei Zutaten in Schüsseln vor dem Eingang präsentiert werden und die Fische im Aquarium darauf warten gegessen zu werden. Wir konnten uns also selber aussuchen aus was unsere Mahlzeit gemacht werden sollte und es war sehr lecker. Wir haben uns also richtig entschieden bzw. der Koch ist flexibel. Wir haben uns nämlich schon gefragt, ob die Sachen, die wir uns ausgesucht haben überhaupt kombinierbar sind, oder ob wir gegen alle Gesetze der Kochkunst verstoßen. Lecker war es alle Mal.

Dali hat eine wunderschöne Altstadt, so hat man sich China wirklich vorgestellt. Man taucht ein in die Geschichten des alten Chinas mit verzierten Holztüren, wunderschön bemalten Häusern, deren Dachspitzen nach obenhin abgeknickt sind. 






Die großen goldenen Säulen vor den großen Eingangstoren, links und rechts bewacht von den goldenen Löwen. 

Nach oben herausragende Tempel,
 die in ihrer kitschigen Buntheit dennoch etwas Zauberhaftes haben. 










Auf dem riesigen Er Hai Lake sieht man ab und an Chinesen, die versuchen ihr beladenes Boot auf das andere Ufer zu paddeln.






Bereits auf dem Weg zur Spitze des Cang Shang Mountain mit der Seilbahn, weiß man, dass einen dort oben eine unvergessliche Sicht erwartet. Der Berg ist gewaltig und die Natur ist mit Nichts zu vergleichen. Dort angekommen gehen gut ausgelegte Fußwege links und rechts um den Berg herum. 

Auf diesen Wegen gibt es immer wieder neue Aussichtspunkte, dessen Besonderheit man in Worte gar nicht fassen kann. Es ist vielleicht der Abhang, der das Kribbeln im Bauch auslöst, oder doch vielleicht, die weite Sicht auf ganz Dali City, oder doch vielleicht das Spiel des Schattens und der Sonne, das man entlang des Berges beobachten kann, oder doch vielleicht der frische Wind und das Rauschen des Wasserfalls und das Zwitschern der Vögel und die Stille, die so gegensätzlich zu den Menschenmengen in der Großstadt sind, die einen diese besondere innere Ruhe vermitteln, dass man in diesem Moment einfach zufrieden und glücklich ist.

 

Am späten Nachmittag haben wir die letzte Bahn genommen, um wieder in die Stadt zu kommen. 

Nach einem wieder Mal köstlichem Essen und einem Schaufensterbummel sind wir zum Hotel zurückgekehrt. 

Ausgeschlafen und ausgeruht haben wir uns am nächsten Morgen nach Dali City unterwegs gemacht, um dort herauszufinden, wann der letzte Bus Richtung Liu Ku abfährt. 

Wir haben uns die Erfahrung nicht nehmen lassen und sind abends mit dem Schlafbus nach Hause gefahren. Und ich kann nur sagen, es war eine Erfahrung wert.

Zu meiner Verwunderung konnte ich die meiste Zeit sehr gut schlafen und habe die 7 Stunden fahrt kaum realisiert. Ich wurde von der Stimme des Busfahrers aufgeweckt, der uns mitteilte, dass wir in Lao Wo angekommen sind. Es war Mitten in der Nacht als wir in unsrem Dörfchen angekommen sind. Und wieder Mal war ich sehr froh darüber hier die nächsten Monate zu verbringen.