Mittwoch, 24. Dezember 2008



Wir wünschen Euch allen auf diesem Wege ein schönes Weihnachtsfest! 

An uns ist die Adventszeit relativ spurlos vorbei gegangen, denn es erinnert hier wenig an Weihnachten. Kein Radio, welches Weihnachtslieder spielt, keine Lebkuchen im Supermarkt, keine Glühweinstände auf der Straße. Kein Jahresrückblick im Fernsehen, kein Schnee... Linda und ich haben Adventskalender, aber die alleine versetzen einen auch noch nicht in Weihnachtsstimmung. Hier wird eben kein Weihnachten gefeiert, und dennoch: in Liuku haben nicht wenige Geschäfte Weihnachtsdekorationen hängen. Irgendwie scheint man sich doch nach Westen zu orientieren. 

Heute ist also für uns eigentlich ein ganz normaler Tag. Wir haben vier Stunden Unterricht, wo wir über Weihnachten reden und ein bisschen Weihnachtslieder singen. Und heute abend wollen Linda, Jannik und ich ein bisschen "Weihnachten feiern". Mit Keksen, Kerzen und Mandarinen. Jannik ist zur Zeit bei uns zu Besuch, um unsere Schule kennen zu lernen, also werden wir es uns heute abend etwas weihnachtlich machen. 

Euch allen also ein schönes Weihnachtsfest mit allem was dazu gehört! Nächstes Jahr feiern wir wieder mit!

Viele liebe Grüße!!!
Linda und Sabine




Dienstag, 25. November 2008


Noch ein paar Bilder....
...wir in Bai-Kleidung (die Bai sind eine der Volksgruppen hier - oder politisch korrekt ausgedrückt: eine der ethnischen Minderheiten in dieser Region) zusammen mit den anderen Englisch-Lehrerinnen. In der hinteren Reihe, die Dritte von links ist übrigens Julie. Die Kleidung wurde allerdings nur für das Schulfest getragen - sonst sind alle ganz normal angezogen, ob nun Bai oder Han oder Lisu. 
...und wir mit einem chinesischen "Künstler", der gerade eine Blume für uns malt. 



Freitag, 21. November 2008

Rucksacktourismus

Letztes Wochenende war unser „Meeting“ in Carl und Annelies Schule – insofern haben sich alle Freiwilligen auf den Weg nach Fugong gemacht. Für uns bedeutete das eine etwa vierstündige Busfahrt den Nu Jiang aufwärts, während der man tatsächlich beobachten kann, wie sich die Landschaft verändert. In Fugong sind die Berge höher und schroffer und etwas felsiger, auch in der Landschaft liegen viele große Felsbrocken, die von den Bergen herunter gekommen sind.

Wir haben das ein oder andere besprechen müssen, und wir mussten auch ganz dringend Weihnachtskekse essen. Und Stollen. Von Herrn Jochimsen, Frau Qian und dem Kamerateam haben wir nämlich netter weise eine große Tüte voller Weihnachtsgebäck bekommen, und da wir nun alle zusammen waren, haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, schon davon zu essen. Trotz der Tatsache, dass es erst November ist. Trotz Sonnenschein und 20 °C. Trotz Palmen.  War lecker...

Abends hat uns die Schule zum Essen eingeladen in ein Restaurant der Lisu-Minderheit: es wird mit den Händen gegessen und viel Alkohol getrunken. Vor dem Essen , beim Essen, nach dem Essen. Es werden gemeinsam mehrere Runden eines kleinen (mäßig-prozentrigen) Schnapses getrunken – immer begleitet von einem Trinkspruch. Dann gehen die Gastgeber noch zu Gast zu Gast und trinken mit jedem; und wen sie ganz besonders mögen, mit dem trinken sie natürlich öfters. Um sich davor zu drücken, muss man schon etwas geschickt sein…aber es kann gelingen.

Später dann haben wir noch mit einigen Lehrern und mit zwei Gitarren zusammen gesessen. Und irgendwann sind wir auch schlafen gegangen...wir haben in den Schülerzimmern schlafen können, denn an dieser Schule gehen die Schüler jedes Wochenende nach Hause.

Sonntag haben wir uns noch die Stadt Fugong angesehen, bevor alle dann wieder zu ihren Schulen zurückgekehrt sind. 
Alle? Nein, nicht alle: Linda und ich sind noch mit zu Eva und Maike an deren Schule gefahren, denn die Schüler bei uns hatten bis Mittwoch Prüfung und wir hätten keinen Unterricht gehabt. Somit haben wir unseren Schlafsack bei Eva und Maike wieder ausgepackt und sind die nächste Nacht dort geblieben.

  Und dadurch hatten wir auch die Gelegenheit am Montag mit Eva und Maike und einigen Lehrern einen Ausflug in die Berge zu machen. Wir sind mit dem Auto ziemlich weit nach oben gefahren (die Berge sind etwa 5000 m hoch), haben dort eine Kirche und eine hübsches Haus besichtigt, sind zu einem „Teehaus“ gefahren und haben den dort produzierten Tee getrunken, gegessen und Karten gespielt, sind noch ein bisschen durch die Gegend gekraxelt und auch das ein oder andere Mal gedacht wir stürzen gleich ab…. doch, war schon ganz witzig.

Abends haben wir dann den Bus nach Liuku genommen – um in Liuku festzustellen, dass leider kein Bus mehr nach Laowo fährt….und Taxi is teuer… Aber egal: wir haben ja unsere Schlafsäcke dabei, schlafen wir doch einfach bei den Freiwilligen in der Liuku-Schule! Gesagt getan, und am Dienstagmittag sind wir dann – endlich – wieder in Laowo angekommen.
Nachdem wir nun also drei Nächte in drei verschiedenen Schulen geschlafen haben, waren wir doch irgendwie froh, wieder "zu Hause" zu sein!

Dienstag, 18. November 2008

Falling rocks



Freitag, 14. November 2008

Das 40-jährige Jubiläum ist nun vorbei. Wir haben getanzt, gesungen und Spass gehabt. Also das volle Programm.

Kurz zum Tagesablauf:

Morgens mussten wir uns alle schick machen. Einige der Lehrer sind sogar extra zum Visagisten ins Dorf gegangen.

 Schon ab 8 Uhr standen manche Lehrer am Einganstor bereit und haben die Gäste mit Tee empfangen. Selbstverständlich trugen alle die traditionellen Baikleider. In der Zwischenzeit wurden alle Schüler für die Tänze geschminkt. Ein etwas anderes Schönheitsideal, als ich das kenne, aber es ist ja alles immer subjektiv. Die Farbe des Make-ups war weiss, der Lippenstift knallrosa und die Augenbrauen wurden mit einem dicken braunen oder schwarzen Stift nachgezogen. In dem Schminkraum war es auf jeden Fall sehr lustig, da sich sogar die Jungs haben schminken lassen. Bei einigen der Schüler konnte man die Unzufriedenheit auf dem weissen Gesicht ablesen. Aber was sein muss, muss sein.

Nach langem Hin und Her und nach einem reichhaltigen Mittagessen fing die Aufführung an. Es wurden round about 15 Tänze aufgeführt. Es sieht sehr beeindruckend aus, wenn alle 15 – 100 Tänzer synchron die, lang eingeübten, Bewegungen ausführen. 


Mir persönlich, hat das Dragonspiel am meisten gefallen. Die runden und überfließenden Bewegungen des 20 Meter langen Drachens und die Trommeln im Hintergrund fand ich wirklich atemberaubend und was noch dazu kommt, es war etwas was den Schülern viel Zeit, Kraft und Energie gekostet hat. 





Überhaupt können die Schüler stolz auf ihre Leistungen sein und dieses Erfolgserlebnis ausleben.

Unter anderem waren wir auch irgendwann mal an der Reihe. Die Aufregung war groß, aber was sein muss, muss sein. Also sind wir und unsere Backgroundtänzer, eine Kuh, ein Hahn, ein Schaf, ein Schweinchen und eine Ente, raus in die Menge und haben mit unserem „Old Macdonald had a farm“ Song die Bühne gerockt. Also im Nachhinein war alles halb so schlimm. Das Hauptziel, dass nicht nur wir, sondern auch die Zuschauer Spaß haben, wurde erreicht. Zumindest unsere very important person, unsere deutschen Kollegen, aus dem VIP- Bereich, hatten sichtbar Spaß.

Zum Ende der Programmveranstaltung sollten die einzelnen Klassen ihren einstudierten Song im Chor vorführen. Einige der Schüler schleppten uns mit auf die Bühne. Somit blieb uns keine andere Wahl als zu versuchen das Beste daraus zumachen und mitzusingen bzw. die Lippen passend zum Gesang zu bewegen. Glücklicherweise war es schon dunkel, so dass wir die Reaktionen der Zuschauer nicht mehr sehen konnten. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass man dank der grellen Bühnenbeleuchtung uns sehr gut erkennen konnte. Es hat alles seine Vor-und Nachteile.

Am Abend ging dann die Party erst richtig los. Es wurden bekannte, aber nicht mehr so ganz aktuelle, Songs aus den 90er Jahre, wenn nicht sogar aus den 80er Jahren, gespielt. Das schöne und interessante war, dass zu den chinesischen Liedern, traditionell, im Kreis und händchenhaltend getanzt wurde. 

Wir haben uns den Spaß nicht nehmen lassen und haben gerne mitgemacht, zumindest haben wir es versucht, den Tanzschritten des Tanzlehrers zu folgen. Und zum eigenen Vorteil hat man sich so warm gehalten, denn am Abend wurde es dann doch schon sehr kühl. Aber auch daran hat man gedacht und wer nicht tanzen wollte konnte sich Mitten auf der Tanzfläche an den zwei großen Feuerstellen wärmen. Irgendwann Mal gegen 24 Uhr wurden die Feuerstellen mit Wasser gelöscht und die Party war zu Ende.

Am nächsten Morgen haben wir erfahren, dass die Schüler für 4 Tage nach Hause gehen dürfen. Nachdem wir uns von Michael, Maria, Martin und Marie verabschiedet haben, entschlossen wir uns kurzfristig einen Trip nach Dali zu machen. Wir hatten ungefähr eine halbe Stunde Zeit zu packen und machten uns mit Julie auf den Weg, um noch den nächsten Bus zu erwischen. Und noch Mal vielen Dank Julie, du bist die Beste! 

Und schon saßen Sabine und ich im Bus unterwegs nach Dali. Die ersten paar Kilometer waren die Strassenverhältnisse akzeptabel, danach ging es holperig weiter. Das man sich an der Busdecke den Kopf nicht aufgeschlagen hat, war auch alles. Aber es hat sehr viel Spaß gemacht, dann braucht man kein Geld mehr für Freizeitparks auszugeben. 

Nach ca.7 Stunden sind wir dann in Dali Oldtown angekommen. Es war nicht all zu schwer ein günstiges Hotel zu finden, umgerechnet 7 Euro haben wir zusammen pro Nacht bezahlt. Nachdem wir unsere Sachen im Hotelzimmer abgelegt hatten, wurde es endlich Zeit zu essen. Das Sprichwort „Die Qual der Wahl“ passt sehr gut zu unserer Suche nach dem richtigen Plätzchen. An jeder Ecke gibt es die unterschiedlichsten Sachen. An der Foreignerstreet gibt es sogar Pizza und Steak. Nun, wir sind aber in China nicht um die überteuerte Pizza zu essen, sondern um so viel wie möglich auszuprobieren.

Also weg von den Touristenlokalen, in eine typisch chinesische Ecke, dort wo das gesamte Gemüse, allerlei Zutaten in Schüsseln vor dem Eingang präsentiert werden und die Fische im Aquarium darauf warten gegessen zu werden. Wir konnten uns also selber aussuchen aus was unsere Mahlzeit gemacht werden sollte und es war sehr lecker. Wir haben uns also richtig entschieden bzw. der Koch ist flexibel. Wir haben uns nämlich schon gefragt, ob die Sachen, die wir uns ausgesucht haben überhaupt kombinierbar sind, oder ob wir gegen alle Gesetze der Kochkunst verstoßen. Lecker war es alle Mal.

Dali hat eine wunderschöne Altstadt, so hat man sich China wirklich vorgestellt. Man taucht ein in die Geschichten des alten Chinas mit verzierten Holztüren, wunderschön bemalten Häusern, deren Dachspitzen nach obenhin abgeknickt sind. 






Die großen goldenen Säulen vor den großen Eingangstoren, links und rechts bewacht von den goldenen Löwen. 

Nach oben herausragende Tempel,
 die in ihrer kitschigen Buntheit dennoch etwas Zauberhaftes haben. 










Auf dem riesigen Er Hai Lake sieht man ab und an Chinesen, die versuchen ihr beladenes Boot auf das andere Ufer zu paddeln.






Bereits auf dem Weg zur Spitze des Cang Shang Mountain mit der Seilbahn, weiß man, dass einen dort oben eine unvergessliche Sicht erwartet. Der Berg ist gewaltig und die Natur ist mit Nichts zu vergleichen. Dort angekommen gehen gut ausgelegte Fußwege links und rechts um den Berg herum. 

Auf diesen Wegen gibt es immer wieder neue Aussichtspunkte, dessen Besonderheit man in Worte gar nicht fassen kann. Es ist vielleicht der Abhang, der das Kribbeln im Bauch auslöst, oder doch vielleicht, die weite Sicht auf ganz Dali City, oder doch vielleicht das Spiel des Schattens und der Sonne, das man entlang des Berges beobachten kann, oder doch vielleicht der frische Wind und das Rauschen des Wasserfalls und das Zwitschern der Vögel und die Stille, die so gegensätzlich zu den Menschenmengen in der Großstadt sind, die einen diese besondere innere Ruhe vermitteln, dass man in diesem Moment einfach zufrieden und glücklich ist.

 

Am späten Nachmittag haben wir die letzte Bahn genommen, um wieder in die Stadt zu kommen. 

Nach einem wieder Mal köstlichem Essen und einem Schaufensterbummel sind wir zum Hotel zurückgekehrt. 

Ausgeschlafen und ausgeruht haben wir uns am nächsten Morgen nach Dali City unterwegs gemacht, um dort herauszufinden, wann der letzte Bus Richtung Liu Ku abfährt. 

Wir haben uns die Erfahrung nicht nehmen lassen und sind abends mit dem Schlafbus nach Hause gefahren. Und ich kann nur sagen, es war eine Erfahrung wert.

Zu meiner Verwunderung konnte ich die meiste Zeit sehr gut schlafen und habe die 7 Stunden fahrt kaum realisiert. Ich wurde von der Stimme des Busfahrers aufgeweckt, der uns mitteilte, dass wir in Lao Wo angekommen sind. Es war Mitten in der Nacht als wir in unsrem Dörfchen angekommen sind. Und wieder Mal war ich sehr froh darüber hier die nächsten Monate zu verbringen.

 

 

 

 

Sonntag, 2. November 2008

Vom Fernsehstar zum Müllsammler

Seit gestern scheint die Sonne endlich wieder, und es ist dementsprechend heiß – was man sich vor ein paar Tagen gar nicht mehr hätte vorstellen können.

Gestern haben wir Besuch bekommen von Peter Jochimsen und Wei Qian, den Geschäftsführern der Organisation. Mit ihnen zusammen kam auch ein Kamerateam aus Deutschland, welches über die beiden einen Dokumentarfilm drehen möchte, und hierfür jetzt zunächst die Recherche betreibt. Da sie auch gerne unseren Unterricht filmen wollten, wurde spontan eine Klasse zusammengetrommelt, mit der wir dann 10 Minuten lang etwas Unterricht gemacht haben...extra für die Kamera. 

Chinesische Reporter waren übrigens auch schon bei uns: einmal wurden nur Fotos gemacht, ein anderes Mal wurde ebenfalls unser Unterricht gefilmt. Man merkt: wir sind eben die ersten Ausländer, die diese Schule besuchen (oder die überhaupt diese Gegend für eine längere Zeit besuchen). Tourismus gibt es hier praktisch nicht – laut Julie sind sehr, sehr, sehr selten mal Ausländer in Liuku. Und in Laowo schon gar nicht. Vor einigen Monaten noch hat sie versucht ihre Klasse in Bezug auf Englisch zu motivieren, indem sie erzählte, dass sie dann ja auch mit Ausländern reden können. Die Schüler haben geantwortet, dass sie ja eh nie einen Ausländer treffen werden. Tja, manchmal kommt es eben doch anders! Hier sind wir jetzt…

Die Schule bereitet sich auch mit immer stärker werdendem Einsatz auf das Jubiläum am nächsten Wochenende vor. Heute Mittag haben die Schüler statt Unterricht zu haben den Weg zur Schule gesäubert. Linda und ich haben mitgeholfen – und wir fanden die Idee wirklich sehr gut. Es liegt sehr viel Müll am Wegesrand und in den Sträuchern…meist Plastikmüll von irgendwelchen Verpackungen. Allerdings war für die Schule nicht der Müll vorrangig, sondern offenbar die Pflanzen am Wegesrand. Das haben wir wirklich nicht ganz verstanden…wir haben dann lieber angefangen, den Plastikmüll einzusammeln und aus dem Gebüsch zu fischen – das erschien uns wichtiger und sinnvoller. Und man kann da wirklich so allerhand finden, beim Müllsammeln…

Ein paar Kinder haben die Rinne für Abwasser, die neben dem Weg verläuft, saubergemacht und haben doch tatsächlich einen toten Hund gefunden. Und auch nicht so einen kleinen, sondern einen richtig großen, wie ein Labrador. Ein paar Lehrer haben den Hund mit ihren Spitzhacken aus der Rinne gehebelt, und kurz darauf haben zwei beherzte Schüler ihn an den Vorderbeinen gepackt und zum Fluss geschleift, wo er dann seine letzte Ruhe gefunden hat. Wir sind wirklich froh, dass unser Leitungswasser von weiter oben am Berg kommt – noch bevor sämtliche toten Hunde dort hinein geschmissen werden. Es wird übrigens wirklich alles Mögliche in den Fluss geworfen, wir vermuten auch der Plastikmüll, den wir so schön aus der Natur gesammelt haben. Schwimmen will da wirklich niemand mehr.

 

Donnerstag, 30. Oktober 2008

rain keeps falling, rain keeps falling down

Seit sechs Tagen haben die Wolken und der Regen uns fest im Griff. Die Wolken sind überall: man sieht die Berge kaum noch oder gar nicht mehr, und oft sind auch wir selbst gerade in einer Wolke. Von dem Standpunkt aus ist es sehr beeindruckend, doch der damit verbundene Regen ist weniger angenehm. Obwohl ich mich dadurch hier erst recht wie zu Hause fühle, in Hamburg regnet es ja oft mit derselben Intensität und Ausdauer. 

Der Regen ist für uns zwar etwas lästig, denn die 
Wäsche trocknet nicht - für die Schüler allerdings ist es weitaus unangenehmer. Wasserfeste Schuhe hat keiner der Schüler, die meisten haben lediglich leichte Stoffschuhe oder Sandalen. Die Stoffschuhe sind naß, sobald sie die erste Pfütze passieren müssen, und es gibt wirklich viele und wirklich tiefe Pfützen hier überall auf dem Schulgelände. Daher ziehen viele Schüler lieber gleich offene Sandalen an - die Füße werden ja sowieso naß. 
Bei relativ kalten und regnerischen 15 Grad die ganze Zeit in Sandalen und mit nassen Füssen herumzulaufen fördert sicher nicht die Gesundheit. Zumal sie auch lediglich ein T-Shirt und eine dünne Jogginganzug-Jacke tragen. Auch müssen die Schüler jeden Tag den Schulhof fegen - eine durchaus sinnvolle Einrichtung - doch im Regen ohne feste Schuhe und ohne Regenjacke den Schulhof zu fegen halten wir eher für zweifelhaft. Einige Schüler haben Regenschirme, doch wer keinen hat, wird komplett naß dabei. Und wie gesagt: die Wäsche trocknet nicht, und die Schüler haben natürlich nicht besonders viele Kleidungsstücke. Man überlegt es sich zweimal, ob man Wäsche waschen will,  und für die Schüler ist es insofern erst recht ungünstig, wenn sie draußen im Regen stehen müssen und die Kleidung, die sie tragen, naß wird. 

Die Schule hat allerdings auch etwas Mitleid: bei Regen müssen die Schüler morgens nicht um den Schulhof laufen, und die Sportstunden finden im Klassenraum statt (genaugenommen finden sie dann also gar nicht statt). Und was vielleicht tröstlich ist: das Wetter ist für diese Jahreszeit ziemlich untypisch, normalerweise sollte die "Regenzeit" vorbei sein. Wir und die Schüler hoffen jedenfalls jeden Tag auf einen Wetterumschwung, um nicht noch länger im Regen zu stehen - im wörtlichen und im übertragenen Sinne.