Mittwoch, 10. Juni 2009

Re++si++st++an++ce is++n't fu++ti++le

So, nun ist es also soweit. Über zahlreiche Brieftauben, den Rücken einiger Kamele, mehrere griechischen Marathonläufer und schließlich der Karstadt-Filiale am Wandsbeker Markt schaffte es dieser Blog-Eintrag dennoch, im Internet zur Schau gestellt zu werden.

China zeigt sich seit Wochen von einer b(l)ockigen Seite und sperrt scheinar alles, was irgendwie nach Melange asiatischer Begebenheiten auf westlichen Internetseiten ausschaut. Aber unsere Seite ist da ja in guter Gesellschaft... kein amazon.de, kein wikipedia, keine BBC und halt auch kein "Ein Jahr China"-Blog von uns beiden. In diesem elitären Kreise fühlt man sich dann doch wirklich ganz gut aufgehoben.

Und wie ...... großen Vorbil.....r schaffen auch wi...... immer wieder ........ Große Mauer ..........berwinden und ............ Eintrag vor........nehmen.... Wie?


--- Transmission is jammed at the source ---




Samstag, 11. April 2009

Frohe Ostern!

Frohe Ostern!

Wir wünschen Euch allen ein schönes Osterfest mit lauter Sonnenschein und Ostereiern!

Hier bei uns wird kein Ostern gefeiert - aber heute haben die neunten Klassen Sportexamen, insofern ist es etwas aufregend heute. Und morgen sind wir zu der Wohnungseinweihung von einer Chemielehrerin in Liuku eingeladen, Montag und Dienstag wird die Schule von Mitarbeitern der Bildungsbehörde begutachtet...Ihr seht also: es ist trotzdem viel los bei uns! 
Liebe Grüße!
Linda und Sabine

Sonntag, 22. März 2009

Schwein gehabt!

Nicht nur eines...sondern einmal elf und einmal sieben!

Vorletzte Nacht haben zwei unserer Schulsäue kleine Ferkel geworfen. Zufälliger Weise in der gleichen Nacht - vielleicht aus Solidarität? Eine Sau war leider nicht sehr intelligent, und hat sich gleich auf einige ihrer Ferkel raufgelegt, insofern sind jetzt nur noch sieben kleine Ferkel übrig. 

Anbei ein paar Fotos von den kleinen Schweinen. 




Mittwoch, 11. März 2009

Nachdem wir am Montag in Liuku waren um unsere Visa zu verlängern (wir dürfen länger bleiben!), sind wir am Dienstag schon wieder unterwegs gewesen. Alan, ein Freund von uns, hat uns zur Hochzeit seines Bruders eingeladen. Alan war früher Schüler an unserer Schule, genauso wie seine zwei Brüder – insofern waren viele Lehrer eingeladen, und auch wir. Wir haben die erste Stunde ganz normal unseren Unterricht gegeben, und haben die übrigen Stunden getauscht, sodass wir den restlichen Tag frei hatten für die Hochzeitsfeier oben in den Bergen. Alan hat uns gefragt, ob wir mit dem Auto fahren wollen oder zu Fuß gehen…und natürlich wollen wir zu Fuß gehen! Das Bergdorf ist etwa 9 Kilometer weit entfernt, und Alan meinte, man geht zu Fuß etwa zwei Stunden den Berg hoch. Kurz nach neun haben wir uns also mit Alan zusammen auf den Weg gemacht…immer weiter hoch in der schon ziemlich warmen Vormittagssonne. 

Wir haben einen tollen Blick auf unsere Schule gehabt und haben in der 10.00 Uhr-Pause beobachten können, wie die Schüler den Morgensport auf dem Schulhof machen. Und je länger wir gegangen sind und je höher die Sonne stieg, umso beschwerlicher und anstrengender wurde es auch…aber so wollten wir es ja! Mit dem Auto fahren kann ja jeder! Irgendwann spürte man auch, wie die Luft kühler wurde, da wir schon relativ hoch in den Bergen waren, und schließlich sind wir angekommen bei Alans zu Hause.

Ein sehr schönes, relativ großes Haus. Und viele Menschen. Die Kinder haben vor dem Haus gespielt, viele Frauen und Männer haben Karten oder Mahjongg gespielt, geredet, gegessen, getrunken. Nachdem wir angekommen sind haben auch wir erst einmal einen Becher Tee bekommen und kurz darauf unser Mittagessen. Da nicht alle gleichzeitig essen können (zu viele Menschen und im Vergleich dazu zu wenig Tische, Schüsseln, Stäbchen) wird zeit versetzt über einen langen Zeitraum Mittagessen serviert – bis alle gegessen haben. Wir haben mit Alans jüngerem Bruder geredet, seinen Freunden, Cousinen…das Hochzeitspaar ist immer beschäftigt herumgelaufen, aber in einem passenden Moment konnten wir ihnen dennoch unseren Beitrag zu ihrer Hochzeit überreichen. Nachdem wir noch weiter geplaudert haben, wieder gegessen haben, noch für ein paar Fotos posiert haben, mussten wir uns wieder auf den Weg zurück machen. Schließlich mussten wir den Berg ja auch wieder herunter. Unsere Lehrer waren schon etwas früher gegangen, da einige abends Unterricht hatten. In der Hoffnung, sie noch einholen zu können, haben Linda und ich dann ein paar Abkürzungen nehmen wollen. Über die Felder…man kennt das ja schon von uns. Eigentlich wollten wir nur den einen Bogen abkürzen, und dann wieder auf unseren großen Fußweg zurückkehren…aber irgendwie haben wir den Fußweg nicht wieder getroffen…und sind weiter die kleinen Pfade gegangen. Bergauf, bergab. Wir sind auch ein paar Kühen begegnet, die mitten zwischen den Bäumen am Berghang weideten. Ein paar Bauern, die auf dem Gras gesessen und sich ausgeruht haben…bei einem Grundstück sind wir auf einen etwas aggressiven Wachhund gestoßen – da haben wir lieber einen Bogen drum gemacht. Aber unseren Weg haben wir nicht wieder gefunden. Dafür haben wir irgendwann die Schule wieder sehen können, haben sogar die Schulmusik gehört, die ertönt, wenn die Schüler zum Abendessen gehen können. Und haben uns gewünscht, Flügel zu haben, oder zumindest einen Gleitschirm. Irgendwann, schon recht nah an der Schule, sind wir schließlich wieder auf den breiten Weg gestoßen und haben uns beeilt, nach Hause zu kommen. Inzwischen waren wir nämlich angerufen worden, dass jemand an der Schule auf uns wartet…wer mag das sein?

Ziemlich erschöpft sind wir schließlich angekommen, und sind fünf Minuten später schon in ein Auto gestiegen und zu einem Restaurant gefahren. Schon wieder essen…na ja, warum nicht. Ein paar „wichtige Männer“ waren dort mit unserem Schulleiter: der Besitzer einer Fabrik, welcher die Schule finanziell unterstützt, sowie jemand aus der Gemeinderegierung. Und noch weitere Freunde. Wenn wir gedacht haben, unser Tag wäre nach dem Essen endlich vorbei: weit gefehlt. Wir sind noch zu einem der Männer mit nach Hause gegangen, wo unser Schulleiter Spaß daran hatte, Karten zu spielen, und um 22.00 Uhr schließlich sind wir zur Schule zurückgekehrt – müde und glücklich über einen so ereignisreichen Tag! 



Weltfrauentag

Am Sonntag war…Weltfrauentag! Ein Tag, der in Deutschland kaum beachtet wird, aber in viele Ländern ein wichtiger Feiertag ist – so auch in China.

Alle Frauen an der Schule haben am Nachmittag frei bekommen, dafür mussten die Männer mehr arbeiten und sogar in der Schulkantine wurde von den Männern gekocht. Wir Frauen haben uns stattdessen um 12.00 Uhr vor dem Schultor getroffen, und sind dann zu einem Restaurant gefahren, und zwar auf der Ladefläche eines kleinen Lasters, was irgendwie nicht dazu passt, dass an diesem Tag den Rechten der Frauen gedacht werden soll…egal, es hat Spaß gemacht!

Bei dem Restaurant konnte man einen wunder-schönen Tag verbringen: es gab eine schöne Terrasse mit Tischen und Stühlen, und daneben war ein kleiner Teich mit lauter Kaulquappen, und die Kinder, die mitgekommen waren, hatten großen Spaß daran sie zu beobachten und zu fangen. An den Tischen haben sich schnell Vierergruppen zusammengefunden, um Mahjongg zu spielen und dabei Sonnenblumenkerne zu knabbern. Es gab sogar einen Billardtisch, woran Linda und ich viel Freude hatten, und wir haben mit dem Sohn des Sportlehrers ein paar Runden gespielt. Wir haben ein wenig geplaudert, Mandarinen gegessen, Tee getrunken, in der Sonne gesessen…ein richtig schöner Sonntag, zumal auch das Wetter endlich wieder besser war nach vielen Tagen Kälte und Regen.

Am späten Nachmittag dann gab es Essen…eine neue Premiere für uns, denn wir sind ja immer neugierig darauf, wieder einmal etwas zu Essen, was wir zuvor noch nie gegessen haben…und heute gab es: Esel! Auch hier bei weiß ich nicht, ob es eine Bedeutung haben soll, dass es am Weltfrauentag Esel zu essen gab? Das Fleisch hat ziemlich normal geschmeckt, keine besondere ungewöhnliche Note dabei, aber es war unglaublich weich und zart. Vielleicht war es ein junger Esel?

Wen dies jetzt schon befremdet hat, der möchte vielleicht gar nicht wissen, was es nach dem Essen noch zu trinken gab. Wie so oft gab es auch heute wieder Schnaps zu trinken. Vermutlich wieder Selbstgebrannter, aber diesmal etwas verfeinert (wenn man es so nennen will). Und zwar mit Eselblut. Somit war der Schnaps blutrot, und meiner Meinung nach hat es den ohnehin schon ziemlich widerwärtigen Geschmack des Selbstgebrannten nicht gerade verbessert. Das tatsächlich frisches Blut beigemischt wurde, haben wir übrigens erst später erfahren – aber macht ja nix. Es waren auch ein paar Männer mitgekommen (warum eigentlich?), und natürlich wollten diese „wichtigen Männer“ mit uns anstoßen und zuprosten…und ohne etwas mit ihnen zu trinken kommt man aus dieser Situation praktisch nicht heraus. Und immerhin enthält das Blut bestimmt viel Eisen…und die geschätzten 50 % Alkohol haben bestimmt auch alle Krankheitserreger abgetötet. Hoffe ich. Bisher habe ich mich jedenfalls noch nicht in einen Esel verwandelt. 



Donnerstag, 26. Februar 2009

Erdbeben und Regen...

Es ist nicht ganz so spektakulär wie es sich zuerst anhören mag, aber wenn man den Lehrern glauben schenken darf, dann hatten wir ein klitzekleines Erdbeben vorgestern. Es war wirklich gering, ich habe gemerkt, dass sich irgendwie das Haus bewegt hat - aber manchen ist es auch gar nicht aufgefallen. 

Und wir haben wieder Regen. Nach Ewigkeiten wieder, das letzte Mal hatte es im November geregnet. Die Farmer freuen sich - wir uns nicht...es ist wieder kühler, die Wäsche trocknet nicht, man kann nicht draußen sitzen, es ist trist und grau... es erinnert uns irgendwie an Deutschland! ;-))

Dienstag, 24. Februar 2009

Winterurlaub

Nun sind wir also nach unserem Winterurlaub endlich wieder an unserer Schule. Wie ihr an der Diaschau rechts erkennen könnt: nachdem der Urlaub mit unseren Eltern in Yunnan leider zu Ende war, waren wir noch in Guangzhou und in Hongkong - bevor wir letzte Woche all dem Luxus Goodbye sagen mussten und nun wieder einfach aber glücklich an unserer Schule leben. 

 

Tja...was soll man zu Hongkong sagen? Eine interessante Stadt. Es ist definitiv nicht China. Jeder spricht Englisch, was für uns noch etwas ungewohnt war, da in unserem Dorf ja wirklich niemand Englisch spricht (und nicht einmal alle Englischlehrer wirklich gut sprechen und verstehen können). Und auch gibt es noch immer Linksverkehr und den Hong Kong-Dollar - der britische Einfluß ist immer noch stark zu spüren, auch nach 12 Jahren unter chinesischer Regierung. Es ist eben eine "Sonderverwaltungszone". 

Es gibt schöne Wolkenkratzer. Aber schlechtes Essen. Dafür McDonalds an jeder Ecke. Was irgendwie nicht unbedingt ein Gegensatz ist, aber McDonalds ist zumindest billiger. 

Denn in Hongkong ist alles ungewohnt teuer für uns gewesen. Insofern waren wir froh, zumindest ein sehr billiges "Hotel" gefunden zu haben. Hotel ist zuviel gesagt, es ist eher ein Gästehaus,sehr simpel und wirklich nicht schön - aber zumindest recht sauber und eben: billig. Kurz darauf haben wir gelesen, dass das Gästehaus-Hochhaus nebenan, die Chungking-Mansions, vor einigen Jahren zu zweifelhafter Berühmtheit gekommen sind, weil dort jemand abgestochen wurde und bei einem Brand einige Menschen umkamen...und wir haben auch eine Polizei-Razzia in den Chungking-Mansions beobachten können...also es war zumindest eine sehr spannende Gegend, aber für unsere Ansprüche vollkommen in Ordnung. 

Ansonsten hat Hongkong mich persönlich etwas an Hamburg erinnert, wegen des Wassers und der Fähren, mit denen man zur Hongkong-Island übersetzen kann. Sogar der Geruch an den Fähranlegern ist derselbe, den ich aus Hamburg kenne. 

Nachdem wir also vier Tage damit verbracht haben, kreuz und quer durch Hongkong zu laufen, bei McDonald's zu essen, bei 7 Eleven einzukaufen, mit der Fähre zu fahren, unsere Visa für die Wiedereinreise nach China zu beantragen, beim Esprit-Outlet Klamotten zu shoppen und jeden Tag viel zu spät ins Bett zu gehen, sind wir wieder nach Guangzhou zurückgekehrt, in die Wohnung unseres polnischen Freundes. 

 Linda, Carl und Jannik sind am darauffolgenden Tag wieder nach Kunming geflogen, während Eva, Maike, Marie und ich noch drei Tage länger in Guangzhou geblieben sind. Mike hatte leider wenig Zeit für uns, da er arbeiten mußte - aber ein Freund wohnt zur Zeit ebenfalls bei Mike in der Wohnung, da er im Herbst aus Malaysia zurückgekehrt ist und demnächst in Shenzhen (eine große Stadt direkt an der Grenze zu Hongkong) zu arbeiten beginnt...und nun sozusagen zwischen diesen beiden Stationen die Zeit in Guangzhou auf Mikes Sofa verbringt. Minami ist Japaner, der aber auch seit bereits 13 Jahren in China lebt. Und da er zur Zeit nichts anderes zu tun hat, als seinen nächsten Urlaub zu planen und darüber zu klagen, dass er schon 32 ist, hat er seine Zeit mit uns verbracht: wir haben lange geschlafen und sind erst nachmittags frühstücken gegangen (am liebsten bei dem chinesischen Moslem-Restaurant schräg gegenüber), haben bei Starbuck’s Kaffee getrunken, sind shoppen gegangen (was Minami sehr geduldig ertragen hat) und haben ansonsten einfach mal nicht so viel gemacht. Irgendwie auch schön. 

 Dann sind wir nach Kunming zurückgeflogen, haben dort noch Lydia getroffen, eine chinesische Freundin, die wir aus Liuku kennen, und sind dann per Nachtbus Heim gefahren... Sonntag sind auch die Schüler wieder an die Schule zurückgekehrt, und seit gestern ist wieder Unterricht. 

Es ist wärmer geworden in Laowo (Gott sei Dank!), es wird Frühling. Es gibt wieder Schmetterlinge und auch schon die ersten Mücken. Und wir haben Angst vor dem Sommer, denn es ist jetzt schon so warm wie ein normaler Sommertag in Deutschland. Was wird im Juni sein??? Am Samstag habe ich mir schon beinah einen Sonnenbrand geholt, als wir mit zwei Schülern einen Ausflug gemacht haben. 

Wir sind zu einem Wasserfall in der Nähe gegangen (man geht etwa zwei Stunden zu Fuß den Berg hoch), was wirklich Spaß gemacht hat, besonders als Linda und ich angefangen haben, auf den Steinen im Wasserfall herumzuklettern, und natürlich auch nicht ganz trocken aus dieser Aktion herausgekommen sind. Außerdem habe ich mir dabei noch das Knie angestoßen...wir haben diesbezüglich zurzeit sowieso Pech. Denn Sonntag sind wir erneut mit zwei Schülern unterwegs gewesen, und sind auf einen Hügel/Berg geklettert, kreuz und quer über die Felder. Auf dem Weg herunter hat der Schüler einenWettlauf
 vorgeschlagen, als dessen Konsequenz ich mir den Fuß geprellt oder verstaucht habe, weil ich nämlich nicht mehr bremsen konnte und einen kleinen Abhang herunter springen musste. Und gestern hat Linda beim Basketball spielen den Ball so unglücklich auf ihre Hand bekommen, dass nun drei Finger dick und blau sind und vermutlich verstaucht.